Hubschrauber drehten am Freitagnachmittag ihre Runden nahe Nitzow über den Übungsplatz Wasser der Bundeswehr in Havelberg. Reservisten aus Hamburg und Heeresflieger übten für den Katastrophenschutz.

Havelberg/Nitzow l Was zu tun ist, wenn bei einem Hochwasser Menschen und Material an einen nur noch über den Luftweg zu erreichenden Deich gebracht werden müssen, haben 20 Reservisten der Regionalen Sicherungskräfte- und Unterstützungskompanie RSU Hamburg am Freitag auf dem Wasserübungsplatz in Nitzow geübt. Mit dabei Heeresflieger des Transporthubschrauberregimentes 10 aus dem niedersächsischen Faßberg. Reservisten und Aktive üben seit zwei Jahren regelmäßig für den Katastrophenfall - etwa für die Deichverteidigung bei einem Hochwasser.

Die Übung war für Freitag und Sonnabend angesetzt. Da jedoch schlechtes Wetter vorausgesagt war, reduzierte sich die Zeit, in der die Hubschrauber in der Luft waren, auf ein paar Stunden. Das wird bei Übungseinsätzen so gehandhabt, um kein Risiko einzugehen. Im Katastrophenfall entscheidet der Pilot, ob er abhebt, erklärt der Kompaniechef der RSU, Oberstleutnant der Reserve Svend Sörensen. Für ihn und seine Männer sind solche Übungen wichtig, um genau zu wissen, worauf es den Piloten ankommt, wenn sie zum Beispiel Sandsäcke oder Big Bags auf einen Deich bringen müssen - auch bei Dunkelheit. Gerade das Hochwasser 2013 habe gezeigt wie wichtig ist, auf Behelfslandeplätzen Personal zu haben, das sich auskennt.

Die Heeresflieger aus Faßberg waren mit dem noch relativ neuen Transporthubschrauber NH 90 und dem "Oldtimer" Bell UH 1D nach Nitzow geflogen. Auf dem Landweg erreichte ein Tanklaster sein Ziel. Er betankte die Hubschrauber während sie ausgestellt waren. Manchmal werden auch sogenannte Heißbetankungen bei laufenden Rotoren geübt. Lasten wie Sandsäcke und Paletten wurden transportiert und das genaue Absetzen geübt. Mit der Bell trainierten Soldaten und Reservisten zudem das Aufnehmen und Herablassen von Menschen per Winde.

RSU-Kompanien gibt es in jedem Bundesland. Sie unterstützen die Aktiven angesichts der Truppenreduzierungen vor allem beim Wach- und Sicherheitsdienst und kommen bei Katastrophenfällen zum Einsatz. Die RSU Sachsen-Anhalt wurde im September 2013 in Dienst gestellt. Ehemalige Soldaten können sich bei den jeweiligen Landeskommandos melden, wenn sie Interesse an einer Mitarbeit haben. Wichtig ist, dass sie in Katastrophenfällen zur Verfügung stehen, ihr Arbeitgeber sie freistellt. Das ist nicht immer einfach, weiß Svend Sörensen aus Erfahrung.

 

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