Havelberg l Die Havelberger Pioniere haben wieder die Möglichkeit, schwimmende Brücken über Gewässer zu bauen. Mit der Umstrukturierung der Bundeswehr sind Faltschwimmbrücken samt den dazugehörigen Motorbooten zurückgekehrt ins Panzerpionierbataillon 803 (wir berichteten bereits kurz). Diese Technik hatten sie vor einigen Jahren abgeben müssen. Zur symbolischen Übergabe fand ein Brückenschlag über die Havel nahe Grütz an der sogenannten Kanzlerhöhe statt.

Bisher war das Schwere Pionierbataillon 130 Minden für das Faltschwimmbrückengerät zuständig, das sie nun an Havelberg abgegeben haben. Bei ihnen verbleibt die Amphibienbrücke. Die Mindener und die Havelberger bauten aus einzelnen Elementen der Faltschwimmbrücken jeweils einen Brückenkopf zusammen. Gleiches praktizierten Soldaten des im niederländischen Wezep stationierten Pionierbataillons 101. Im Rahmen der multinationalen Zusammenarbeit hatten die Mindener und die Niederländer eine Partnerschaft aufgebaut. Diese wird sich nun auch zu den Havelbergern anbahnen, sagt der Kommandeur des Panzerpionierbataillons Oberstleutnant Stefan Gruhn.

Er bedankte sich bei den Mindener Kameraden für die gute Zusammenarbeit. "Sie haben unseren Soldaten das Handwerk von der Pike auf beigebracht." Pioniere der 4. Kompanie in Havelberg haben in den vergangenen Monaten in Minden dieses für die meisten völlig neue Gerät zu bedienen gelernt.

Einsatz bei Hochwasser

Dass sie es schon gut beherrschen, zeigten sie an der Kanzlerhöhe. Alle drei Brückenköpfe schwammen, von Motorbooten gesteuert, zu einer Brücke zusammen. "Der erste Zug ist einsatzfähig", berichtete Kompaniechef Hauptmann Hendrik Türk. Der zweite Zug wird gerade aufgestellt und im Laufe des nächsten Jahres seine Ausbildung abschließen.

Die Havelberger verfügen über insgesamt 150 Meter Faltschwimmbrückengerät. Ein Abschnitt ist 6,80 Meter lang, erklärt der stellvertretene Kompaniechef Oberleutnant André Neubauer im Gespräch mit der Volksstimme. Abhängig von der Zahl der Abschnitte kommen die Motorboote zum Einsatz. Für fünf Elemente sind zwei Motorboote erforderlich. Bis zum Leopard-Panzer - dem schwersten Fahrzeug der Bundeswehr - können Fahrzeuge mit der Brücke über ein Gewässer setzen. Reichen die 150 Meter nicht für eine Flussüberquerung aus, wie es an der Elbe der Fall wäre, können die Brückenteile als Fähre eingesetzt werden.

Wie wichtig die Technik im Katastrophenfall ist, hatte sich beim Hochwasser im Juni 2013 gezeigt. Da kamen Amphibien- und Faltschwimmbrücken an der Elbe zum Einsatz. Auch in Sandau, von wo Soldaten per Pontonfähre Tausende Sandsäcke ans westliche Ufer nach Sandauerholz gebracht hatten.

 

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