Kabelitz/Fischbeck l Freud und Leid liegen oft nah beieinander: Während sich die Kabelitzer Feuerwehrleute über ihre frisch sanierte Fahrzeughalle und einen schmucken neuen Versammlungsraum freuen, ärgern sich die Fischbecker Aktiven über so manches Ungemach in ihrem Provisorium. Denn das Deichbruchwasser hatte ihr Gerätehaus als eines der am nahesten gelegenen Gebäude unterspült, es muss abgerissen werden.

Statt dessen dient den Kameraden nun eine private Scheune als provisorische Unterkunft. Diese ist natürlich nicht als Fahrzeughalle errichtet worden, weshalb das Gebäude ziemlich zugig und ungeheizt ist. Auf einem Regal steht ein Wasserglas - ist der Inhalt gefroren, müssen umgehend über 3000 Liter Wasser aus den Tanks der beiden Einsatzfahrzeuge abgelassen werden. Einsatzbereit sind diese dann nur noch bedingt.

Hinzu kommt, dass überm Tor nur eine Lichtquelle für die gesamte Halle vorhanden ist. Bei der Kontrolle der Winterbereitschaft am Sonnabend musste Uwe Engel zur Handy-Taschenlampe greifen, um im Gerätefach des Tanklöschfahrzeuges etwas erkennen zu können. "Beim nächtlichen Alarm wegen der Automatensprengung in Wust war es hier recht düster", berichtet Wehrleiter André Köppe.

Große Sorgen bereitet nicht nur der Sicherheitsbeauftragten Kathrin Köppe das etwa vier Meter hohe hölzerne Tor. Denn beim Aufschieben ist es bereits mehrere Male aus der Schiene gesprungen. "Womöglich könnte es umfallen und jemanden erschlagen", befürchtet der Wehrleiter - auch mit Blick auf die Jugendwehr. Ein Schild mahnt zwar, vorsichtig zu schieben, doch in der Nacht ist es hier finster - und beim Einsatz drängt die Zeit.

Kathrin Köppe erstellt nun eine Mängelliste, die dann ans Ordnungsamt nach Schönhausen geht. Damit wäre die Wehrleitung aus der Haftung für eventuelle Schäden raus.

Wie die Klietzer warten auch die Fischbecker auf Ersatz für ihre alte Technik. "Unser Tanklöschfahrzeug ist 40 Jahre alt", berichtet Maik Mangelsdorf, der stellvertretende Wehrleiter. Derzeit sei der Abgasstrahler defekt, die Reparatur würde 5000 Euro kosten. Wegen des Alters gibt es kaum noch Ersatzteile - und wenn, sind sie arg teuer.

André Köppe ist verärgert, dass sich auf der Baustelle des neuen Domizils immer noch nichts regt. "Seit August sind die Besitzverhältnisse geklärt, aber eine Ausschreibung ist immer noch nicht raus", schimpft er. Dabei steht das Vorhaben an erster Stelle auf der Liste. In der Verbandsgemeinde traue er sich kaum noch nachzufragen, immer heißt es, er solle warten. "Andere Wehren haben sich nach der Flut wegen ihres defekten Gerätehauses abgemeldet, wir könnten das eigentlich auch", sinniert der Wehrleiter.

Bauamtsleiter Ulf Wabbel erklärt auf Nachfrage, dass inzwischen der Bauantrag eingereicht wurde. Auf der Gemeinderatssitzung am 2. Dezember wird ein Beschluss zum Abriss gefasst - für Scheune, Stallungen und das Nebengebäude des ehemaligen Kindergartens. Im Winter soll abgerissen werden, im Frühjahr ist Baustart.

 

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