Das Denkmal am Rande des Dorfplatzes auf dem Hohengöhrener Damm, mit dem an die sechs Gefallenen während des Ersten Weltkrieges gedacht wird, steht nun nicht mehr allein da.

HohengöhrenerDamm l Am vergangenen Sonntag, dem Volkstrauertag, wurden zwei Tafeln eingeweiht. Sie tragen die Namen der 14 Männer, die im Zweiten Weltkrieg ihr Leben lassen mussten. Unter ihnen Hermann Voigt, der am 7. Mai 1945, also einen Tag vor Kriegsende, gestorben ist. Oder Kurt Mangelsdorf, der mit nur 18 Jahren aus dem Leben gerissen wurde. "Die meist jungen Männer wurden herausgerissen aus den Familien, hier klafft für immer eine Wunde", sagte Pfarrer Ralf Euker mit sehr einfühlsamen Worten zu den zahlreichen Anwesenden, die sich bei regnerischem Herbstwetter zum Gedenken eingefunden hatten. Zunächst enthüllte Rainer Szizybalski die beiden Tafeln.

Großen Anteil am Zusammentragen der Namen hatte der Jerichower Heinz Mangelsdorf, der sich auch für die Schaffung der hölzernen Gedenktafel in der Hohengöhrener Kirche eingesetzt hatte (wir berichteten am Montag). Auf dem Damm sind es zwei Steinplatten, auf denen Steinmetzmeister Reinhold Rogge aus Havelberg die Namen eingravierte. Eigentlich sollten zwei Grabplatten, die beim Umsturz eines Grabsteins auf dem Hohengöhrener Friedhof zerbrochen waren, verwendet werden. Doch das war am Ende doch nicht möglich, so dass zwei neue Platten ausgewählt werden mussten, was auch die Kosten etwas erhöhte. "Das noch fehlende Geld bekommen wir sicher zusammen", ist Rainer Szizybalski zuversichtlich. Er dankt allen, die sich bei der Spendensammlung großzügig zeigten und es so überhaupt erst möglich machten, der Gefallenen zu gedenken. "Somit sterben sie nicht noch den Tod des Vergessens, sondern sie bleiben in Erinnerung. Und sie mahnen, dass keine Gewalt mehr angewendet werden darf auf der Welt, auch nicht in Worten. Denn Gewalt ist ein Eingeständnis der Schwäche, keinen anderen Weg gefunden zu haben. Krieg und Frieden beginnen im Kleinen - in der Familie, in der Nachbarschaft", sagte Ralf Euker und sprach zu den Anwesenden: "Sie haben es in der Hand, abzurüsten in Gedanken, Worten und Taten und Gerechtigkeit und Friedfertigkeit walten zu lassen."

Zu den Teilnehmern des Gedenkens gehörten nicht nur Bewohner des Hohengöhrener Damms, sondern auch auswärtige Angehörige der Gefallenen. So Rosemarie Tomszak, geborene Strutzberg, aus dem Harz. Sie ist auf dem Damm geboren und verbrachte bis 1952 hier ihre Kindheit. Hermann Gericke war ihr Onkel. "Wir wissen leider nicht, wo er gefallen ist, alle Recherchen verliefen ergebnislos. Dass nun hier an die Opfer des Zweiten Weltkrieges gedacht wird, freut uns sehr", sagte das Ehepaar Tomszak, das regelmäßig in der alten Heimat zu Besuch ist.

Gern nahmen auch sie nach der Andacht die Einladung zum gemeinsamen Kaffeetrinken im Dorfgemeinschaftshaus an. Die Frauen des Dorfes hatten Kuchen gebacken. Später gab es noch Schwein, das der örtliche Fleischermeister Matthias Blohm zubereitet hatte. So konnten alle miteinander ins Gespräch kommen und auch von früher berichten. Heinz Mangelsdorf erzählte, wie langwierig der Weg von der Idee des Aufstellens der Gedenktafeln bis zur Umsetzung war. Diese Mühe hat sich gelohnt!

 

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