Seit vier Monaten steht die Schollener Grundschule leer und wartet darauf, dass der Kindergarten einzieht. Vorher muss umgebaut werden, auch für die Hortkinder. Um die ging es jüngst auf der Sitzung des Sozialausschusses.

Elbe-Havel-Land l Auch wenn der Rat der Verbandsgemeinde bereits mit großer Mehrheit beschlossen hatte, ab Februar keine Hortgebühren mehr für die im brandenburgischen Großwudicke untergebrachten Schollener Kinder zu zahlen, widmete sich der Sozialausschuss noch einmal diesem Thema.

Doch geändert haben die Mitglieder ihre Meinung nicht. "Land und Kreis zahlen dafür keine Zuschüsse. Unser Beitrag war bisher eine freiwillige Leistung. Wir müssen unsere Kinder auch in unseren Einrichtungen betreuen. Und wir tun viel, um vernünftige Bedingungen zu schaffen. Auch in Schollene, wo es nach dem Umbau der Schule zum Kindergarten samt Hort auch beste Bedingungen geben wird. Es wäre widersprüchlich, 400.000 Euro in die Modernisierung zu stecken und im Gegenzug Geld nach Brandenburg zu zahlen." Dieser Meinung von Silvio Wulfänger pflichtete Jürgen Masch aus Klietz bei: "Wir haben genug Hortplätze in Schollene und auch in Klietz. Wir können kein Geld nach außerhalb geben." Und Wolfgang Gehrke erklärte, dass er nach anderen Beispielen im Land gesucht hat, "nirgends gibt es einen Fall, in dem die Betreuung in einem benachbarten Bundesland finanziert wird".

9000 Euro hat die Verbandsgemeinde zuletzt für die Betreuung der Schollener Hortkinder in Großwudicke pro Jahr ausgegeben.

Die Kinder des Einzugsbereiches Schollene besuchen seit September die Schule in Klietz. Hier bestünde auch die Möglichkeit, in den Hort zu gehen. Doch auf Wunsch der Eltern bleibt der Hort in Schollene erhalten - wegen der Frühbetreuung und des Ferienaufenthaltes. Der Hort befindet sich im Seitengebäude der Schule und wird in den neuen Kindergarten integriert. Bis der Umbau beginnt, dauert es noch einige Wochen. Die Fachaufsicht beim Landkreis hat dem Konzept zugestimmt und der Bauantrag ist zur Genehmigung eingereicht. Bauamtsleiter Ulf Wabbel hofft, bis Anfang des Jahres die Genehmigung auf dem Tisch zu haben. "Parallel dazu bereiten wir die Ausschreibung vor, so dass sie mit Baugenehmigung auch umgehend raus kann. Das dauert dann noch einmal rund sechs Wochen." Wenn alles läuft, könnte der Umbau im April beginnen. Da die Modernisierung umfangreich ist, wird es bis zum Einzug der Kinder bis zum Herbst dauern.