Gleich zwei Mal hat sich der Förderverein der Sandauer Kirche bedankt: erst bei seinen ehrenamtlichen Kirchenführern, dann bei Sponsoren aus Hamburg.

Von Ingo Freihorst

Sandau l Vereinsvorsitzender Wolfgang Hellwig erinnerte im Pfarrhaus beim Treffen mit den zehn Kirchenführern daran, dass das Gotteshaus seit 2010 eine offene und Radfahrerkirche sei. "In diesen fünf Jahren hatten wir über 15000 Besucher", zog er ein eindrucksvolles Resümee.

Die Besucher - zumeist sind es Radtouristen - wurden in der Kirche bewirtet, konnten sich informieren und spendeten oft und gern für den Wiederaufbau des Turmes. In diesem Jahr kamen von April bis Oktober 3225 Euro zusammen, es ist das zweitbeste Ergebnis. Erstmals wurde die 3000-Euro-Grenze im Vorjahr geknackt. Auch in diesem Monat standen noch einige größere Veranstaltungen im Terminkalender.

In den sieben Saison-Monaten wird die Kirche am Elberadweg täglich zwischen 10 und 16 Uhr offengehalten, die Sandauer präsentieren sie als Gotteshaus und als Denkmal an der Straße der Romanik. Die dabei gesammelten Spenden sind ein wichtiger Bestandteil bei der Vereinsfinanzierung, denn um am Turm weiterbauen zu können, ist immer auch ein gewisser Eigenanteil vonnöten. Viele der Besucher nahmen auch Überweiser mit, sogar Dankschreiben kamen.

Auf einer großen Deutschlandkarte in der Kirche ist an Fähnchen ersichtlich, wo die Besucher herkommen - inzwischen ist auch Süddeutschland gut vertreten. Sogar die Anzahl der Busgruppen habe zugenommen, berichtete Wolfgang Hellwig an der hübsch dekorierten Kaffeetafel. Im kommenden Jahr, dem Buga-Jahr, ist auch die Sandauer Kirche bei Busunternehmen für Tagesausflüge gelistet.

Froh ist Wolfgang Hellwig, dass der ehemalige Bürgerarbeiter Dietmar Zehle auch anschließend als Kirchenführer bei der Stange blieb. Heidemarie Breit koordiniert den Einsatz der Ehrenamtler. Ältester in der Truppe ist mit 82 Jahren Ernst Busse, neu dabei ist Gabriele Haase, die erst seit zwei Jahren in Sandau wohnt. Das Jahr als Kirchenführerin sei ihr bislang schönstes gewesen, blickte sie zurück, es gab viele interessante Gespräche.

"Gott sei Dank, dass Sie da sind", freute sich auch Pfarrer Hartwig Janus über die zehn ehrenamtlichen Kirchenführer. Dass hier in der Saison immer ein Ansprechpartner zu finden sei, sei auch für manche Sandauer sehr wichtig. Sogar die Handwerker freuten sich, unten in der Pause Kaffee trinken zu können. Möglich wurde dies alles nur dank der engagierten Ehrenamtler und mit Unterstützung der Kirchgemeinde, denn auch die Versorgung der Besucher muss täglich abgesichert werden.

Ursula Dasse knüpfte Verbindung nach Hamburg

Dass es auf der Baustelle weiter gut voran geht, bemerkte auch eine Delegation der St.-Michaelis-Kirchgemeinde aus Hamburg-Neugraben, die kürzlich in Sandau zu Gast war. Denn die Räume im Turm sind nun beheizt - dank moderner Technik: Die wohlige Temperatur erzeugt eine Wärmepumpe in der Glockenstube, diese heizt mit Luft - sie nutzt den Temperaturunterschied aus.

Hier oben in luftiger Höhe sieht man einen weiteren Baufortschritt: Die fünf Schallluken sind nun ebenfalls in den Öffnungen - mitsamt kleinen Aussichtsfenstern für einen besseren Ausblick.

Die Gäste aus dem Norden sind den Sandauer Turmbauern seit vielen Jahren liebe Bekannte - hatten sie bei ihren Spendenaktivitäten doch schon sehr viel Geld für den Bau gesammelt. Auch diesmal kamen sie nicht mit leeren Händen, 980 Euro kamen beim Herbstmarkt zusammen. Dafür wurden wieder fleißig Suppen gekocht, Kuchen gebacken und gebastelt.

Die Verbindung der beiden Elbestädte kam durch Ursula Dasse zustande, sie war 1958 von Sandau nach Hamburg gezogen. Seit sich 1996 der Förderverein gegründet hatte, hält sie Kontakt in die alte Heimat. Unterstützung kommt dabei von Erika Neumann-Holweck sowie vom Diakon Uwe Michelau. Er erinnert sich an den ersten Besuch zur Grundsteinlegung im August 2002 - da lag der Turm noch in Trümmern. Inzwischen sei ihnen die Elbaue ans Herz gewachsen, vieles wurde hier besichtigt.

Zum Dankeschön wurden die Gäste in Sandau bewirtet, jeder bekam ein Glas Marmelade sowie eine Ansichtskarte mit dem neuen Turm.

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