Klietz l Bis zu sechs Meter hoch hatte das Deichbruchwasser aus Fischbeck die Umgebung des Klietzer Sees geflutet. Vor allem Linden, Birken, Traubenkirschen und Erlen vertrugen das teils wochenlange Stehen im Wasser nicht und begannen abzusterben. Pfahlwurzler wie Kiefern oder Eichen konnten die Flut besser verkraften.

Für den Waldstreifen am östlichen Seeufer vom Klietzer Landguthotel bis hin zum Hohengöhrener Damm ist der Bundesforstbetrieb "Nördliches Sachsen-Anhalt" zuständig, der seinen Sitz auch in Klietz hat. "Wir beginnen in Kürze, das Gebiet zu durchforsten", kündigte Betriebsbereichsleiter Kurt-Werner Balke an. Alle toten und absterbenden Bäume wurden dazu vermessen und gekennzeichnet, die etwa 700 Bäume bringen um die 1000 Festmeter Holz.

Nötig macht sich das Durchforsten wegen der Verkehrssicherungspflicht, denn in dem Gebiet verlaufen nicht nur Straßen, sondern auch Rad- und Gehwege, auch eine Telefonleitung ist bedroht. Die Fällarbeiten wurden ausgeschrieben, das anfallende Holz wird zu Hackschnitzeln oder Industrieholz verarbeitet.

Natürlich ist auch das westliche Ufer vom Baumsterben betroffen, doch befindet sich das Terrain im Privatbesitz. Die Eigentümer dort müssen nun gleichfalls handeln, denn der See ist zugleich Ausbildungsgewässer der Bundeswehr - und außerdem führt auch der Naturlehrpfad dort entlang.

Ersatzpflanzungen werden wohl nicht nötig, schätzt Kurt-Werner Balke ein, es wachsen genügend junge Bäume nach. Doch wird das letztendlich nach der Durchforstung entschieden. Und die Klietzer Bürger müssen sich im Zuge der Fällarbeiten auf mögliche Straßen- und Wegesperrungen einrichten.