Sandau l Eine der größten Baustellen im Elbe-Havel-Land, welche die Leader-Aktionsgruppe (LAG) in der jetzt zu Ende gehenden Förderperiode bezuschusst hatte, ist der Kirchturm in Sandau. Vereinsvorsitzender Wolfgang Hellwig dankte dem Management für die gute Zusammenarbeit - immerhin eine halbe Million Euro sind aus den Fördertöpfen der Europäischen Union bislang in die Elbestadt geflossen.

"Ursprünglich hatten wir 1,8 Millionen Mark für den Aufbau veranschlagt, inzwischen haben wir bereits 1,6 Millionen Euro verbaut", machte der Sandauer Gastgeber auf die enormen Preissteigerungen im Baugewerbe aufmerksam. Der Sandauer Verein hatte selbst über eine halbe Million Euro an Spendengeldern als Eigenanteil in die Baustelle gesteckt. Erst neu in Betrieb genommen wurde die Wärmepumpe, zudem befinden sich jetzt Schallluken an den Fenstern der Glockenstube, wie bei einem Rundgang zu erfahren war.

Weitere etwa 300000 Euro sind nötig, um das Bauwerk zu vollenden - allerdings ist vieles davon nicht förderfähig. So werden zwar Kabel bezuschusst, nicht aber die Steckdosen, nannte der Sandauer ein Beispiel.

Gleich eine erfreuliche Nachricht hatte LAG-Vorsitzender Gerhard Faller-Walzer: Die Gruppe darf in dieser Größe auch weiterhin bestehen bleiben. Für die neue Förderperiode, welche in diesem Jahr beginnt und sich bis 2020 erstreckt, musste eine neue Entwicklungsstrategie erstellt werden. Den Zuschlag für diese Periode erhielt die LandLeute GbR aus Stendal.

Erst kürzlich wurde in Garz eine geballte Präsenz von Leader-Objekten besichtigt: Kirche, Havelhöfe und Wegemarke. Für die neue Phase sollten auch weitere Mitglieder gewonnen werden, kündigte der Wuster an. Weniger erfreulich ist, dass es 2015 wohl kein Geld aus dem Fördertopf geben wird.

Bislang hatte die LAG 19 Mitglieder. 38 Vorhaben waren gefördert worden, einige davon, wie das Rittergut Waldfrieden oder die alte Wuster Molkerei, in mehreren Abschnitten. Ein ursprünglicher Schwerpunkt war gar nicht bedacht worden - die Förderung der dezentralen Abwasserentsorgung. Kritisiert wurde, dass es keine abrechenbaren Ziele gab.

Neuer Name für die LAG

Die LAG - sie heißt ab sofort "Elb-Havel-Winkel" - ist unter 23 Aktionsgruppen die kleinste im Bundesland. Dennoch braucht sie sich nicht zu verstecken: Insgesamt 3,2 Millionen Euro wurden von der LAG ausgereicht. Damit wurde eine Gesamtinvestitionssumme von 5,5 Millionen Euro ausgelöst, es entstanden acht Arbeitsplätze und in Klietz wurde die medizinische Versorgung verbessert. Die Anwesenden stimmten der Neukonstituierung der LAG zu, womit die alten Mitgliedschaften erloschen. Auch wurde eine Neuwahl erforderlich: Gerhard Faller-Walzer wurde im Amt als Vorsitzender bestätigt, sein Stellvertreter wurde Havelbergs Bürgermeister Bernd Poloski.

Die neue Förderperiode wird bei der Abrechnung wohl noch komplizierter, denn Sachsen-Anhalt will als einziges Bundesland gleich drei EU-Fördertöpfe anzapfen - bislang war es nur einer.

Zuletzt verabschiedeten die Teilnehmer den Aufruf zum Ideenwettbewerb für die neue Förderperiode. Unter dem Motto "Blühende Landschaften auch nach der Buga" sind bis zum 7. Januar 2015 kreative Ideen für innovative Vorhaben gefragt. Bürger, Vereine und Institutionen sind angesprochen.

Ideen können gesendet werden an: LandLeute Agentur, Arneburger Straße 24, 39576 Stendal. Oder per Mail an: info@landleute.eu