Viele Jahre schon erfreut in der Vorweihnachtszeit die Briester Marionettenbühne "Märchenvogel" die kleinen und großen Besucher mit einer Märchenaufführung. Nach personellen Veränderungen gab es jetzt einen gelungenen Neustart.

Wust l Als Karlheinz Stephan aus Großwulkow, viele Jahre lang Pfarrer und Leiter der Marionettenbühne, mit über 80 Jahren in den Ruhestand ging, stand die Fortführung der Tradition unter einem schwierigen Stern, zumal auch ein Großteil der Puppen und Kulissen ebenfalls "gegangen" sind und nun im Genthiner Museum besichtigt werden können.

Aber die verbliebenen Mitglieder ließen sich nicht entmutigen und nahmen das Wagnis auf sich, in nur wenigen Monaten sowohl ein neues Ensemble aufzubauen als auch ein anderes Märchen zu inszenieren. Dazu gehörten der Bau neuer Marionetten und der dazugehörigen Kulisse sowie die dramaturgische und technische Gestaltung. Seit April dieses Jahres haben die fünf Marionettenspieler Kathrin und Henriette Köhler, Arvid Reumann, Celine Kage und Hans Schulz sowie die zwei Techniker Bernhard Hinsberger und Jörg Köhler um den Vorsitzenden Matthias Kage viele Freizeitstunden damit verbracht. Hilfe bekamen sie auch von Frau Schubert, die die Kostüme für Frau Holle, die Gold- und Pechmarie entwarf und nähte.

Karlheinz Stephan lässt Grüße ausrichten

Erwartungsfroh fanden sich am Sonntagnachmittag viele Kinder und Erwachsene im Haus der Marionettenbühne ein - unter den Zuschauern die ehemaligen Spieler Renate und Gunter Braun sowie Ingrid Reumann. Auch Pfarrer i.R. Karlheinz Stephan hatte sich für die Premiere angemeldet, musste jedoch aus Krankheitsgründen der Veranstaltung fern bleiben und ließ durch den Vorsitzenden dem Ensemble Grüße ausrichten.

Nachdem Matthias Kage das Publikum begrüßt hatte, erzählte er vom Neubeginn der Marionettenbühne und gab eine Einleitung zum Märchen "Frau Holle", das wie alle alten Märchen eine tiefere Symbolik besitzt und unter dem ewigen Kampf des Guten gegen das Böse die Spezifik der menschlichen Seele thematisiert. Bei "Frau Holle" ist es u.a. der Lebensfaden, der dem Mädchen verloren geht und wieder gefunden werden muss.

Mit klar und ausdrucksvoll gesprochenen kurzen Sätzen sowie wenigen Kulissen, die das Wesentliche dieses Märchens betonten, trugen alle Marionettenspieler zu einer gelungenen Aufführung bei. Unterlegt waren die Szenen und die Umbauphasen mit der Musik von Antonio Vivaldis "Vier Jahreszeiten".

Morgen letzte Sitzung des GuM in diesem Jahr

Die beiden dreizehnjährigen Spielerinnen Henriette Köhler und Celine Kage gaben der Gold- und Pechmarie jugendlich-erfrischende Ausstrahlung, die Frau Holle wurde ernst, aber liebevoll von Kathrin Köhler gespielt. In der Rolle der Katze war Hans Schulz zu hören und komische Akzente setzte Arvid Reumann bei der Darstellung der Stiefmutter. Mit großem Beifall wurden die Marionettenspieler für ihre Leistung belohnt.

Im Anschluss an die Vorstellung saßen viele Zuschauer noch gemütlich bei Kaffee und Kuchen zusammen.

Am morgigen Donnerstag findet die letzte diesjährige Sitzung des GuM in der Kirche zu Briest statt. Für das kommende Jahr planen die Marionettenspieler die Inszenierung eines kurzen Märchens, welches auch mit nur zwei bis drei Spielern aufgeführt werden kann.

   

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