Havelberg l Viele Havelberger sind dem Aufruf schon gefolgt, wollen das Ansinnen von Ramona Finger und weiteren Freunden, Nachbarn und Bekannten unterstützen: Geld zu spenden, damit Dieter Schütze eine würdige Beisetzung bekommen kann. Der Havelberger ist am vergangenen Sonnabend im Alter von 60 Jahren gestorben. "Er hat kein Geld hinterlassen. Seine beiden Geschwister sind krank, können sich nicht um die Beisetzung kümmern", weiß Ramona Finger. Und sie erzählt von ihrem langjährigen Nachbarn, der für jeden da war, jedem geholfen hat. "Er war ein ganz lieber Mensch." Sie selbst arbeitet im "Playtime" in Havelberg. Gemeinsam mit den Gastwirten Uwe Hartmann von "Schiffers Kneipe", Erika Herms von der "Domtreppe" und Michael König von der Schiffsgaststätte in Kamern startete Ramona Finger eine Spendensammlung. "Mit einer würdigen Beisetzung können wir ihm die Hilfe zurückgeben, die er uns allen gegeben hat", begründet sie ihre Aktivitäten.

Dass sich viele anschließen wollen, zeigen die ersten Tage der Spendensammlung. Rund 1000 Euro sind bereits zusammengekommen, freut sich Ramona Finger. Das ist knapp die Hälfte, die benötigt wird, um eine minimale Bestattung auf der grünen Wiese bezahlen zu können. 2200 Euro sind dafür erforderlich. Ramona Finger möchte gern, dass auch ein kleiner Stein mit Name und Lebensdaten an Dieter Schütze erinnert. Dann liegen die Gesamtkosten bei rund 3000 Euro. "Er hat immer seine ganze Kraft und Hilfe gegeben und ging nun, ohne was zu haben."

Der Verstorbene hat fast sein ganzes Leben lang in der Weinbergstraße gewohnt. Er hatte Polsterer gelernt und ist seit vielen Jahren beim Wasserstraßenamt Brandenburg beschäftigt gewesen. Anfang des Jahres hatte er einen Schlaganfall, in dessen Folge er Schwierigkeiten mit dem Sprechen hatte. Er war noch krank geschrieben, hatte sich aber einigermaßen erholt, erzählt Ramona Finger. "Trotz seiner Krankheit hat er sich nicht zurückgezogen und war wieder für andere da."

"Er war ein guter Freund", sagt Uwe Hartmann, der auf Dieter Schütze zählen konnte, wenn es bei Festen zum Beispiel um den Auf- und Abbau ging. Er berichtet, dass sich Dieter Schütze dagegen selbst nur ungern helfen ließ. So wie in den anderen beteiligten Gaststätten ist auch bei ihm die Liste der Spender schon lang. Weitere Spenden sind gewünscht. Ramona Finger hat sich für die Spendenaktion abgesichert, damit auch alles seine Richtigkeit hat. Zur Trauerfeier - der Termin steht noch nicht fest - hofft sie, dass viele Menschen teilnehmen und Abschied nehmen von Dieter Schütze.