Im Pfarrbereich Sandau gibt es mit Anbruch des kommenden Jahres eine große Änderung: Die Kirchgemeinden Warnau, Rehberg, Schönfeld und Sandau verschmelzen zum Kirchengemeindeverband Sandau.

Sandau l "Ein Auslöser dieser Fusion war, dass bei der Wahl des Gemeindekirchenrates in Warnau im Vorjahr die benötigten vier Kandidaten nicht mehr zusammengekommen waren", erklärte Pfarrer Hartwig Janus im Sandauer Pfarramt. Seitdem hatte es dort keinen Kirchenrat mehr gegeben, Warnau wurde durch den Kirchenkreis verwaltet - was aber nicht von Dauer sein durfte.

Eine Option wäre die Angliederung an einen anderen Ort im Pfarrbereich - oder aber die Bildung eines Verbundes aus mehreren Gemeinden. "Solch Verband war schon lange wünschenswert, Warnau gab nun den Anstoß", erklärte der Pfarrer. Denn die Mitgliederzahlen im Pfarrbereich sinken rapide - wie wird es erst in zehn oder zwanzig Jahren aussehen? "Wir standen vor der Wahl: Entweder alles so belassen, bis der letzte den Schlüssel in der Kirche herumdreht und diese geschlossen wird - oder aber fusionieren." Mit der Fusion werde die Kirche zukunftsfest.

Die Zukunft könnte auch so aussehen: Zusammenkünfte in der Kirche ohne Pfarrer, eine Andacht in geistlicher Gemeinschaft. "Um gemeinsam zu beten, braucht es keine besondere Qualifikation", meinte der Pfarrer dazu. Der große Vorteil: So etwas wäre dann sogar jeden Sonntag in jedem Ort möglich.

Oftmals sitzt bei den Gottesdiensten nur noch eine Handvoll Gläubige auf den Kirchbänken - Organist und Pfarrer haben aber weite Anreisewege, das Gotteshaus muss teuer beheizt werden. Gut besucht sind lediglich noch die Gottesdienste in Klietz und Sandau. Gut angenommen werden auch die Gemeindenachmittage, die in Schönfeld, Neuermark-Lübars, Klietz, Kamern, Kuhlhausen, Garz und Sandau stattfinden.

Die Landesbischöfin vertritt die Meinung, dass man überlegen solle, ob ein Gottesdienst mit unter zehn Gläubigen noch Sinn macht. Im Pfarrbereich gibt es mit dem Regionalgottesdienst bereits ein überörtliches Angebot. Der nächste ist am 4. Januar in Schönfeld - es ist der Auftaktgottesdienst des neuen Kirchengemeindeverbandes.

Hier in Schönfeld führt übrigens Annelie Mertens den Kirchenrat, etwa 40 Christen gibt es im Ort. Mit im Gremium arbeiten Iris Braunschweig, Sieglinde Mahnitz, Gerlinde Schmok und Sabine Schulz.

In diesem Jahr hatten sie wieder eine große Aufgabe zu bewältigen - eine neue Pumpe musste auf dem Friedhof installiert werden. Kostenpunkt um die 1000 Euro. Etwa 75 Prozent der Summe kamen über Spenden herein, die Agrargenossenschaft hatte in der pumpenlosen Zeit Wasserbehälter aufgestellt und diese immer nachgefüllt. Die Pumpe wurde von Eberhard Braun gratis eingebaut, Lothar Mahnitz hatte sie aus dem Baumarkt geholt. Dafür möchte Annelie Mertens allen Dankeschön sagen.

Das Friedhofswesen ist nur ein Teil vom Arbeitsspektrum des ehrenamtlichen Gemeindekirchenrates. Dazu kommen die kirchliche Verwaltungsarbeit, die Vorbereitung der hier im Schnitt alle vier Wochen stattfindenden Gottesdienste oder das Verteilen der Gemeindebriefe, was in Schönfeld Angela Velten erledigt. Ferner Kollektensammlungen - die Straßensammlung ist gerade beendet - oder der Unterhalt der Gebäude. Vor kurzem erst hatte wieder ein Arbeitseinsatz in der Kirche stattgefunden, mehrere Hänger Müll wurden bei der "Grundräumung" abgefahren.

Mehr Ideen für die Gemeindearbeit erhofft

Froh ist die Vorsitzende des Schönfelder Kirchenrates, dass die Pflege des Friedhofes jetzt endlich in guten Händen liegt: Sven Bünger hat das Areal seit einiger Zeit unter sich. Erst kürzlich wurden von ihm mehrere Linden gestutzt, die Sicherheit war nicht mehr gewährleistet. Dazu musste der Rat im Vorfeld nötige Genehmigungen einholen. Auch ist bei Bestattungen nun immer ein Ansprechpartner vor Ort.

Annelie Mertens erhofft sich von der Reform, dass feste Aufgabenbereiche an die Vorstandsmitglieder vergeben werden. Mehr Köpfe können auch mehr Ideen in die Gemeindearbeit einbringen, ist ein weiterer Wunsch - vielleicht gibt es beim Regionalgottesdienst sogar Hinweise für die Sanierung der Kirche? "Als Gemeinde müssen wir wieder mehr Zeit für das Miteinander finden," verweist sie darauf, dass viele Ältere nicht mehr zu den Gottesdiensten kommen können.

Viel Geld und Arbeit verlangen auch die alten Gebäude: Derzeit wird die Garzer Kirche umfassend saniert, seit Jahren der Turm in Sandau aufgebaut, Kuhlhausen erhielt eine neue Fassade und in Wulkau kam ein neues Dach rauf.

Wie es funktionieren kann, macht die Jugend derweil vor: Weil es nur noch einen Gemeindepädagogen gibt, müssen sie zu Christenlehre oder Konfirmandenunterricht oftmals nach auswärts.