Nitzow l Eltern in Nitzow sammeln seit Oktober Spenden, damit der Spielplatz in dem Haveldorf bald auch wieder seinem Namen gerecht wird. Denn jetzt gibt er ein recht trauriges Bild ab. "Unser Paule würde gern mit seinem Rad zum Spielplatz fahren, doch gibt`s da nicht wirklich was zum Spielen", sagt André Neumann über seinen vierjährigen Sohn. Unter seiner Regie läuft die Spendensammlung. Er ist Mitglied des Ortschaftsrates. Auch Ortschaftsrätin Mandy Wienecke gehört zu den Eltern, die sich für neue Spielgeräte stark machen. 1600 Euro sind schon zusammengekommen. Zuletzt knapp hundert auf dem Weihnachtsmarkt.

Zwei Spielgeräte aus Metall sind noch in Ordnung. Alles andere sei nicht mehr nutzbar, beschreibt André Neumann den Zustand der Spielgeräte. Von den Wackelbalken ist das Holz weggefault, auch die Pfosten der Schaukel sind verfault. Er hat bereits Kontakt aufgenommen mit einem Hersteller von Spielgeräten, berichtete er auf der Ortschaftsratssitzung. Denn da stand der Spielplatz auf der Tagesordnung. Eine Planung für den Platz würde der Hersteller kostenlos anbieten.

Die Räte fassten den Beschluss, die Initiative der Eltern zu unterstützen. Ein Spendenkonto soll eingerichtet werden, die Daten werden dann bekannt gegeben.

Auch wenn es um die Finanzen der Hansestadt Havelberg schlecht bestellt ist, sollte sie aber mit ins Boot geholt werden, sagte Ratsmitglied Gerald Friedl. Wenigstens einen Teil der Kosten sollte sie übernehmen. Denn auch die Stadt stehe dafür in der Verantwortung. "Wenn wir warten, bis die Stadt für Spielgeräte Geld dazu geben kann, könnte es aber auch noch einige Jahre dauern", gab dagegen Ortsbürgermeister Karsten Grey zu bedenken. Mit Blick darauf, dass es in Nitzow viele Kinder gibt, sollte der Spielplatz schneller wieder in Ordnung gebracht werden.

Dass Nitzow viele Kinder hat, zeigt die Zahl aus dem Einwohnermeldeamt: Im Alter bis zu sechs Jahren gibt es acht Jungen und sechs Mädchen, sieben bis zwölf Jahre sind 16 Jungen und acht Mädchen alt, sechs Jungen und 16 Mädchen sind 13 bis 18 Jahre alt. Das sind 60 Kinder und Jugendliche, berichtete Mandy Bäker gestern auf Volksstimme-Nachfrage.

André Neumann rechnet mit 10000 Euro, um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Kinder ordentlich auf dem Spielplatz spielen können.

Diskutiert wurde im Ortschaftsrat auch die Frage, ob der Platz am Jugendklub besser aufgehoben wäre. Derzeit befindet er sich nahe dem Dorfgemeinschaftshaus und der Kirche. Das soll im Zuge der Neubeschaffung von Spielgeräten geklärt werden.