Die kleine Dorfkirche in Toppel war am Sonntag wieder außerordentlich gut besucht. Denn die traditionelle Adventfeier stand auf dem Programm.

Havelberg/Toppel l Die Vorweihnachtszeit ist eine Zeit der Besinnung, des gemeinsamen Singens und der Gespräche miteinander. Wo kann man dies besser als in einem Gotteshaus. Aus diesem Grund wird in vielen Orten der Elbe-Havel-Region an den Adventssonntagen zu weihnachtlichen Nachmittagen eingeladen. Ein solcher fand traditionell am 3. Advent auch wieder in der kleinen Toppeler Dorfkirche statt.

Ob es nun schon das zehnte Jahr ist? Die Antwort konnte am Sonntag keiner so richtig geben. Aber viel dürfte daran wohl nicht fehlen. Vielleicht sind es auch schon über zehn Jahre? Jedenfalls waren auch am Sonntag alle Plätze in der aus dem 15. Jahrhundert stammenden Kirche besetzt.

Zu Beginn begrüßte Pfarrer Frank Städler die Anwesenden und lud sie ein, mit ihm gemeinsam "Macht hoch die Tür`, die Tor` macht weit auf" zu singen. Die musikalische Umrahmung stand unter Leitung von Domkantor Matthias Bensch. Er wurde begleitet von den Flötistinnen Katharina Stelzer und Katrin Rauls.

Pfarrer Städler begann seine Andacht mit den Bibelversen aus dem Psalm 85 "...Herr, erzeige uns deine Gnade und hilf uns! Ach, daß ich hören sollte, was Gott der Herr redet; daß er Frieden zusagte seinem Volk und seinen Heiligen, auf daß sie nicht auf eine Torheit geraten! Doch ist ja seine Hilfe nahe denen, die ihn fürchten, daß in unserm Lande Ehre wohne..."

Passend zur Geschichte, die die Gäste am Nachmittag hörten, wurde das Lied "Maria durch ein\' Dornwald ging" gesungen. Der Pfarrer erinnerte daran, dass schwanger sein ein Bild für Werden und Kommen ist. "Wir warten auf etwas". Und dass dies nicht immer das ist, was wir uns wünschen, zeigt die kleine Geschichte von Anton, einem behinderten Kind mit Down-Syndrom. Vor der Geburt malte sich sein Vater aus, was er mit seinem Anton alles anstellen würde. Aber dann kam die "Wahrheit", und das Leben mit Anton stellte die Eltern vor große Herausforderungen. Anton, den die Eltern nicht mehr missen wollen, hat ihr Leben auf allen Gebieten bereichert. Passend zu dieser nachdenklichen Geschichte sangen alle "Nun komm, der Heiden Heiland".

Frank Städler bedankte sich bei allen fleißigen Helfern, die zum Gelingen dieses schönen adventlichen Nachmittages beigetragen haben, und lud die Besucher zur gemeinsamen Kaffeetafel ein. Hierbei wurden noch viele weihnachtliche Lieder miteinander gesungen.

Draußen auf dem Kirchplatz gab es lecker Bratwurst vom Grill und heißen Glühwein. Rund um der Feuerschale standen zahlreiche Gäste und ließen das ablaufende Jahr Revue passieren. Viele werden sich am Heiligen Abend bereits wieder treffen zum Kinderkrippenspiel um 15 Uhr im Paradiessaal oder um 16.30 Uhr zum Konzert der Domkantorei in der Stadtkirche oder zum Krippenspiel für die Erwachsenen um 18 Uhr im Havelberger Dom, zu dem Pfarrer Frank Städler alle zum Abschluss des weihnachtlichen Nachmittages einlud.

Zu den ältesten Besuchern an diesem Tag zählte Anneliese Zabel, die am 23. Dezember ihren 89. Geburtstag feiert. Die ehemalige Lehrerin wohnt seit einigen Jahren im Wohnheim "Am Camps" und verbringt dort ihren Lebensabend. Gerne schaut sie immer noch einmal in ihren ehemaligen Wohnort und erzählt mit Anwohnern über alte Zeiten.

Vor der Kirche standen wieder die Weihnachtspyramide und ein Weihnachtsbaum mit zahlreichen Lichtern.

   

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