Zum 60. Geburtstag ihres Hauses bekamen die Schönhauser Kindergartenkinder gestern etliche Geschenke, wofür sie sich mit dem Musical "Wundersame Weihnachtszeit" bedankten.

Schönhausen l "Wie die Zeit vergeht!" Mit einer Rückschau auf den 19. Dezember 1954, als der Schönhauser Kindergarten eingeweiht worden ist, begann die Leiterin Anja Marschall-Skuppin ihre Festrede vor den geladenen Besuchern in der Grundschulhalle. Eckpunkte in der Geschichte der Einrichtung sind die Erweiterung mit dem Neubau 1986, die Namensverleihung "Spatzennest" 1994 oder die Zertifizierung mit dem Siegel "Felix" als musikalische Einrichtung. "Viele Kinder kamen und gingen. Für sie ist jeder Tag ein neues Erlebnis. Jeder wird entsprechend seinen Fähigkeiten gefördert und gefordert." Mehrere Konzepte bilden die Grundlage der pädagogischen Arbeit, die von einem engagierten Erzieherteam umgesetzt wird.

Wie sehr die 17 Erzieherinnen um die Mädchen und Jungen bemüht sind, war beim Musical zu spüren. Unter der Regie von Ines Wille ist ein sehenswertes Bühnenstück entstanden, für das die Kinder seit September probten. Es gibt Szenen zum Schmunzeln und Nachdenklichsein. Das wird in anderthalb Stunden gesungen und erzählt: Weihnachtswichtel Rudi (Arik Zepernick, der Enkel von Poppes), unterschlägt einen Wunschzettel, weil er leer ist. Das verärgert den Weihnachtsmann (Janine Pultermann), weil ungewünschte Wünsche die so wichtigen Träume der Kinder sind. Wegen dieses Vergehens wird er aus dem Weihnachtsland geworfen. Durch eine mutige Tat kann er alles wieder gutmachen. Er macht sich auf zum Kalten König (Marlies Kuckuck), der die Welt mit einem Eispanzer belegt und das Licht und die Wärme geschlossen hat - damit ist die Weihnachtsfreude verloren. Unterwegs befreit Rudi die vom König gefangene Elfi (Lea Kretzmer). Begleitet von den hellen Sternen geht es zum Eispalast, wo der kalte König in Wärme und Licht dahinschmilzt. Die Kinder auf der Welt sind vergnügt und Weihnachten ist gerettet.

Alle Spatzen, sogar die aus der Krippe und dem Hort, wirkten mit und freuten sich über den Applaus der Zuschauer. Zu denen gehörte Verbandsleiter Hans-Dieter Sturm, der nicht nur einen Präsentkorb voller Stifte mitgebracht hatte, sondern auch das Versprechen, dass sich die Verbandsgemeinde um einen baldigen Neubau des Spatzennestes bemüht. Allerdings muss man warten, dass der Antrag auf Fördermittel aus dem Stark-III-Programm genehmigt wird. Der Verbandsrat hat dem 2,8-Millionen-Projekt zugestimmt, nun liegt es am Land, wann es losgehen kann.

Die Elternratsvorsitzende Caro Giese erzählte aus Sicht einer Mutter, wie es ist, wenn man das Kind das erste Mal in den Kindergarten bringt. Sie dankte den Erzieherinnen und der Leiterin für die gute Arbeit und ein stets offenes Ohr.

Glückwünsche, Geschenke und Geldspenden gab es u.a. von den Kita-Leiterinnen aus Wust, Klietz und Sandau, dem Chorvorsitzenden Ulrich Sandhof, der mit Pfarrer Ralf Euker eine 250-Euro-Spende (Kollekte beim Konzert in der Kirche) überbrachte, dem Wehrleiter Karl-Heinz Pick sowie von Schönhausern, die auch gern das Spendenschwein fütterten. Unter ihnen war Edeltraut Tannhäuser. Sie hatte im Dezember 1953, also ein Jahr vor der Einweihung, als Lehrling in Vater Horst Lindemanns Zimmerei den Richtspruch gesprochen - noch heute kann sie ihn auswendig aufsagen!

Die Gäste, für die die Küchenfeen ein leckeres Buffet gezaubert hatten, sahen sich nach dem Musical das Spatzennest und die Ausstellung an.

Heute Nachmittag erleben die Eltern noch einmal die Wundersame Weihnacht. Und dann kann nach langen Proben und einer turbulenten Festwoche im Spatzennest tatsächlich die besinnliche Zeit zum Jahresende beginnen.

   

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