Putzen, fegen, wischen, aufräumen, verdecken: All das stand am Sonnabend für Kirchenmitglieder auf dem Plan. Denn in der Stadtkirche, die in den vergangenen Monaten umfangreich saniert wurde, findet Heiligabend eine Christvesper statt. Im Januar erfolgt die Übergabe an den Zweckverband der Bundesgartenschau.

Havelberg l Rote Gerbera und Amaryllis sind Farbpunkte an Heiligabend im Altarraum. Kirchenratsvorsitzende Sabine Jahnke und Dagmar Schulze stellen die Sträuße in die Vasen. Am Nachmittag wird noch der Tannenbaum geschmückt. Jetzt ist alles soweit gesäubert, dass die Kirchenbesucher am 24. Dezember die Christvesper in angemessener Atmosphäre verbringen können. Der große Teil der umfangreichen Sanierung ist abgeschlossen.

Pfarrer Frank Städler sowie Ralf Dülfer, Klaus Arndt, Max Tietze und Andreas Engel sind am Sonnabend ebenfalls in der Kirche im Einsatz. Sie befreien das Gotteshaus vom Bauschmutz und verdeckten die Ecken, die noch nicht ganz fertig sind. Rund 160 Stühle wurden aufgestellt, denn die Kirchenbänke bleiben mit Blick auf die Blumenhallenschauen zur Bundesgartenschau im nächsten Jahr noch weg. Um 16.30 Uhr sind Christen und andere Interessierte am Heiligen Abend zur Christvesper in der Kirche willkommen.

Rund 600000 Euro flossen als Fördergelder vom Land, um die aus dem 14. Jahrhundert stammende Kirche Sankt Laurentius zu sanieren. Zumindest die Schwerpunkte baulicher Probleme konnten damit behoben werden. Dazu gehörte die Dekontamination. Ende der 1980er Jahre waren die Holzbalken des Dachstuhls mit dem Holzschutzmittel Hylotox behandelt worden, um dem Holzwurm den Garaus zu machen. Im rechten Seitengewölbe der Kirche war deutlich zu sehen, wie die Hölzer abgetropft waren, die Farbschicht der Decke wies viele braune Stellen auf. Wegen der möglichen Gesundheitsgefährdung war die Kirche für Besucher gesperrt. Das ist Geschichte. Das Südgewölbe wurde komplett erneuert. Fragen zur Statik des Dachstuhls sind geklärt.

Übergabe an Zweckverband

"Mindestens die Hälfte der Putzflächen sind erneuert und die Kirche bis auf die Decke im Mittelschiff gemalert", berichtet Frank Städler von weiteren Arbeiten. Die drei Fenster auf der Nordseite des Kirchenschiffes sind restauriert und mit neuem Gitterschutz versehen. Eine Einigung gibt es inzwischen mit dem Denkmalschutz zur Frage des Toiletteneinbaus. Nachdem Pfarrhaus und Sonnenhaus verkauft wurden, musste dringend eine Lösung her. Der Denkmalschutz hatte zunächst ein Problem damit, das historische Mauerwerk zu öffnen. Nun darf aber linkerhand vor dem Altar der behindertengerechte Zugang gebaut werden. "Das ist ein großer Gewinn, wenn wir zu größeren Veranstaltungen und Konzerten in die Kirche einladen."

Der Fußboden wurde überarbeitet. Die historisch wertvolle Scholtze-Orgel von 1754 ist wieder zu sehen, sie war zum Schutz während der Bauarbeiten eingehaust worden. Wertvolle Epitaphe wie die der beiden Bürgermeister Frantz und Mathias Kurdes aus dem 16. und 17. Jahrhundert wurden fachgerecht überarbeitet, so dass etwa die Lebendigkeit der Gesichtszüge und die Schriftbilder wieder gut zu erkennen sind. Andere wurden, wie auch das Altarbild, gereinigt. Geklärt werden muss noch, wie mit dem früheren Portal, an dem später die Sakristei angebaut wurde, verfahren wird. Auch ein Beleuchtungskonzept ist erforderlich. Doch zunächst beherbergt die Stadtkirche ab April die Blumenhallenschauen der Buga. Im Januar erfolgt die Übergabe des Gebäudes an den Zweckverband.

   

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