Am heutigen Heiligen Abend wird um 18 Uhr in Sandau geläutet - der Quempas beginnt. Damit im kommenden Jahr wieder beide Glocken läuten, sucht der Förderverein jetzt Spender.

Sandau l Genau heute vor einem Jahr war die kleine Glocke hoch oben in der Turmstube nach dem Quempas geweiht worden. Inzwischen ist sie in Sandau allein, denn die große Bronzeglocke befindet sich fernab im bayrischen Nördlingen. In der dortigen Glockenschweißerei wird eine neue Krone angeschweißt, denn die alte war 1945 beim Absturz durch den Beschuss abgebrochen. Die barocke Krone nach historischem Vorbild wird an einem anderen Ort gegossen und dann angeschweißt. Zudem wird der Klöppelanschlag aufgeschweißt, damit der Ton wieder mit der anderen Glocke harmoniert.

"Diese Arbeiten werden voraussichtlich im April kommenden Jahres beendet", berichtete Wolfgang Hellwig, der Vorsitzende des Fördervereins der Kirche. Wenn alles gut läuft, könnte die Glocke zum 70. Jahrestag des Beschusses wieder erklingen. Probleme könnte es beispielsweise beim Gießen der Krone geben - solch enormer Guss gelingt nicht immer gleich auf Anhieb...

Doch ist für die Fertigstellung noch einiges Geld vonnöten. Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung hat zwar 16000 Euro und die Kreissparkasse 4000 Euro für die Aufarbeitung gespendet, doch muss der Förderverein weitere 10000 Euro bereitstellen: Ein neuer Klöppel kostet um die 3000 Euro, das Holzjoch zur Aufhängung über 2500 Euro, Transport, Kran und Montage müssen zudem noch bezahlt werden. Der Glockenstuhl wurde damals bereits so errichtet, dass er auch die große Glocke aufnehmen kann.

Im August hatte die Glocke von Havelberg aus die Reise nach Bayern angetreten. Hierher zur Baufirma HTI war die 2200 Kilogramm schwere Glocke vorab gebracht worden, denn an die Sandauer Kirche konnte der lange Tieflader schlecht heranfahren.

Die Glocke war am 10. Juli 2012 aus der Schallluke gehievt worden, um Platz für den Fortgang der Bauarbeiten zu schaffen. Die gekröpfte Aufhängung an den Stahlträgern war ohnehin nur provisorisch gewesen - was man auch am Klang hören konnte. Zudem barg diese Art der Aufhängung Gefahren - irgendwann wäre die Glocke womöglich erneut abgestürzt, von den durch die Schwingungen verursachten Schäden am Mauerwerk ganz zu schweigen. In der Turmhalle hatte die Glocke seitdem auf ihre Sanierung gewartet.

Der Förderverein ruft hiermit zu einer weiteren Spendenaktion auf, damit in Sandau bald wieder beide Glocken erklingen können. Die Spendenkonten: Kreissparkasse Stendal, IBAN: DE11810505553080004700 sowie Volksbank Rathenow, IBAN: DE58160919940000269611.