Im Sandauer Stadtwald dröhnen die Motorsägen: Hier wird eine zwei Kilometer lange und 50 Meter breite Schneise geschlagen, auf der ab dem kommenden Jahr der neue Elbdeich errichtet wird.

Sandau l Mühelos hebt der hydraulische Greifer des Rückezuges die dicken Kiefernstämme an, um sie aufzuladen. Sperriges Geäst wird vom Greifer am Boden zerkleinert, so ist es kompakter und besser zu verladen. In der Schneise schichtet er das Holz zu riesigen Haufen auf, getrennt nach den dünneren Ästen sowie den Stämmen. Das Kronenmaterial wird vor Ort zerhackt.

Kettensägen für die Eichen

Vorwiegend sind es Eichen und Kiefern, die auf den etwa neun Hektarn gefällt werden, um die 2000 Bäume sollen es am Ende sein. Die Kiefern schafft der Harvester allein, doch das Eichenholz ist zu hart und zu schwer für die Maschine. Hier sind die beiden Arbeiter mit ihren Kettensägen gefragt, Mike Stumm und Ronny Koch sind bei der Tangermünder Holzbrennstoff-Firma angestellt, welche hier seit November als Nachauftragnehmer tätig ist. Sie zersägen die dicken Stämme in drei Meter lange Segmente. Begonnen wurde nahe Sandau, inzwischen ist die Truppe auf Höhe des schwarzen Loches - was bei der Flut 2002 für viel Aufregung gesorgt hatte. Hier wachsen auch Roteichen - deren Holz selbst für Kettensägen äußerst störrisch ist.

Holzaufkäufer kommen direkt vor Ort, um die Ware zu begutachten und dann den Preis festzulegen. Im bald beginnenden neuen Jahr wird ein Bagger anrücken, um die Stubben aus der Erde zu ziehen. Manche Eichen- und viele Kiefernarten sind Pfahlwurzler.

Der Landesbetrieb für Hochwasserschutz LHW will mit der 2,8 Kilometer langen Deichrückverlegung zwischen Sandau und Havelberg etwa 60 Hektar weitere Überschwemmungsfläche für die Elbe bei Hochwasser zurückgewinnen. - Im breiteren Bett kann das Wasser dann nicht mehr so hoch wie vordem ansteigen.

Ökologische Überwachung

Die Fällarbeiten, die bis Ende Februar abgeschlossen sein sollen, werden durch eine ökologische Bauüberwachung betreut. Gewonnen hatte die Ausschreibung die Firma Lothar Wustrau und Sohn aus der Gemeinde Milower Land im Brandenburgischen. Zuvor hatten bereits Archäologen das Areal untersucht. Auch nach den Rodungen werden die Forscher noch einmal anrücken.

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