Zu Weihnachten hatten sich viele, besonders die Kinder, den Schnee gewünscht. Vor allem auch, weil es in den zurückliegenden 50 Jahren nur acht Mal weiße Weihnachten in der Region gab. Jetzt ist die weiße Pracht da.

Havelberg l Die Redewendung "Des einen Freud ist des anderen Leid" bekam wieder eine Bedeutung. Strahlende Kinderaugen an den Fenstern, schimpfende Autofahrer beim Kratzen an ihren Autoscheiben und schneeschiebende Leute vor ihren Häusern waren gestern zu beobachten.

Der erste Schnee rief auch die Männer des städtischen Bauhofes auf den Plan. "Wir waren natürlich auf den Wintereinbruch mit Schnee und allem, was dazugehört, vorbereitet. Unsere Leute machten sich um 6 Uhr in die Spur", versicherte Havelbergs Bauhofsleiter Volker Kanzler.

Die Technik hatten die Mitarbeiter schon soweit vorbereitet, dass sie mit nur wenigen Handgriffen umgebaut werden konnte und somit einsatzbereit war. Streumittel sind ausreichend vorhanden, sie wurden schon im Mai eingelagert. Der Umwelt zuliebe wird generell sehr wenig Streusalz eingesetzt.

Der städtische Winterdienst ist seit vielen Jahren ein eingespieltes Team, das von drei Führungskräften geleitet wird. Von Donnerstag zu Donnerstag sind sie im Wechsel für die Schneeräumung zuständig. "Die Kollegen beginnen am frühen Morgen zuerst im Bereich des KMG-Klinikums, der Polizeidienststelle, der Feuerwehr und der Schulwege mit der Schneeräumung. Treppen, Fußgängerüberwege, Brücken und Haltestellen folgen dann unverzüglich", umschrieb Volker Kanzler die Einsatzbereiche.

Gestern wurde zunächst nur der Schnee geschoben, dann erfolgte die Entscheidung, ob aus Sicherheitsgründen noch etwas Salz gestreut wird. "Es kann auch schon mal vorkommen, dass wir einzelne Stellen übersehen, aber generell sind wir bemüht, alles zu schaffen. Für Hinweise, unter der Rufnummer 79186, sind wir dankbar", sagte Volker Kanzler. Aber auch in diesem Jahr hatte er den Spruch: "Es allen Menschen recht zu tun, ist eine Kunst, die niemand kann", auf den Lippen. "Aber wir versuchen es", versprach der Bauhof-Leiter.

Hausbesitzer und Anwohner sollten wieder so vorbildlich wie in den zurückliegenden Jahren ihrer Räum- und Streupflicht nachkommen und gerade in der Altstadt auch an ältere Menschen denken. Eine kleine Übergangsmöglichkeit, zum Beispiel für Rollator- und Rollstuhlfahrer, wäre angebracht. Aber auch Fußgänger und Muttis mit ihren Kinderwagen haben oft Probleme, Straßen zu überqueren. Hydranten, die an Wohnhäuser grenzen, sollten ebenfalls mit frei gehalten werden.

Firmen unterstützen

Die gesamte Hansestadt Havelberg wird von den Kollegen des Bauhofes in den Wintermonaten weitgehend von Schnee und Glätte befreit. Jederitz, Müggenbusch, Wöplitz, Vehlgast und Damerow werden vom Bauhof winterdienstlich betreut. Bei all den Arbeiten unterstützt der Havelberger Landwirt André Schultze mit seiner Technik kostenfrei den Bauhof. In den Ortschaften Kuhlhausen, Warnau und Garz wird der städtische Bauhof seit einigen Jahren von einem Unternehmen aus Garz unterstützt. "Die Arbeiten werden hier sehr zur Zufriedenheit der Dorfbewohner und auch zu unserer Zufriedenheit ausgeführt", lobte Volker Kanzler. Auch in Nitzow, Toppel und Dahlen kommt, bei starken Schneefällen, Hilfe von einem privaten Unternehmen, das sehr gute Arbeit leistet.

 

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