Hohengöhren l "Natürlich gibt es Karpfen blau! Meine Frau bereitet ihn jedes Jahr zu - da freue ich mich schon drauf!" Günther Fischer aus Schönhausen gehörte zu denen, die am Dienstag Schlange standen bei Gernot Quaschny, um den Karpfen ganz frisch zu holen. Der Fischer hatte guten Vorrat angelegt - selbst gefangen im Schelldorfer See und von der Teichwirtschaft Plattenburg geholt. Schon seit dem frühen Morgen rollten die Autos auf den Hof am Hohengöhrener Ortsrand. Die Wartezeit ließ sich gut überbrücken mit dem Erzählen, wie man denn den Fisch so zubereitet. Längst kommen nicht alle Karpfen "blau" auf den Tisch. Auch in Malzbier eingelegt oder auf dem Gemüsebett in Folie im Backofen gegart schmeckt der Fisch sicher ganz köstlich.

Aber nicht nur Karpfen, sondern auch Zander und Forelle fanden am vorletzten Tag des Jahres guten Absatz. Gernot Quaschny freute sich darüber, denn fischfangmäßig war 2014 eher ein durchwachsenes Jahr. Die Fänge in der Elbe waren recht dürftig. Dafür aber gibt es gute Nachrichten aus dem Klietzer See: Die Wasserqualität hatte sich bereits Ende letzten Jahres, wenige Monate nach der Flut, überraschend sehr gut entwickelt, nachdem alles Leben im See durch das faulige und lange auf dem Land stehende Deichbruchwasser abgestorben war. Gernot Quaschny hat, nachdem die Lebensbedingungen im Wasser wieder optimal waren, zahlreiche Fische eingesetzt - auch fangfähige. Deshalb wird der See schon 2015 wieder für das Angeln freigegeben, worüber sich die Mitglieder des örtlichen Angelvereins sehr freuen dürften.

Gerade an den letzten Tagen war auffällig, dass die Kormorane (ein unter Naturschutz stehender Vogel) den Klietzer See als Speisetafel für sich entdeckten. "Sie haben natürlich auch mitbekommen, dass wieder Fisch im See ist und dass es hier kaum Störung durch Menschen gibt. Das ändert sich ja nun wieder, wenn geangelt wird und wenn die Bundeswehr im neuen Jahr wieder mit dem Übungsbetrieb beginnt", hofft Gernot Quaschny, dass die Kormorane nicht so viel Schaden anrichten.

Wenig erfreulich war für den Fischer kurz vor Jahresfrist die Information, dass die Flutspenden versteuert werden müssen. "Wenn das tatsächlich so kommt, kann ich wohl Insolvenz anmelden." Denn auch der großen Spendensumme ist es zu verdanken, dass der Betriebshof samt Wohnschiff nach der Flutung im Sommer 2013 wieder aufgebaut werden konnte.

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