Für die nächste Phase des Förderprogrammes Leader werden neue Ideen gesucht, die das Leben zwischen Elbe und Havel im Altkreis Havelberg attraktiver machen.

Elb-Havel-Region l Investitionen im kommunalen Bereich sind ohne Fördermittel kaum mehr möglich. Und auch private Investoren können jeden Cent Unterstützung gebrauchen, wenn sie Dinge planen, von denen die Allgemeinheit profitiert, die zukunftsorientiert und nachhaltig sind. Das europäische Förderprogramm Leader greift seit 1991. Auch in das Gebiet zwischen Elbe-und Havel, wo sich die Lokale Aktionsgruppe für die Weiterentwicklung des ländlichen Raumes stark macht, ist seitdem viel Geld geflossen. In den bislang vier Förderphasen wurden beispielsweise das Schullandheim und das Ärztehaus in Klietz gebaut, der Wuster Speicher zum Sommerschultreff/Muuuhseum umfunktioniert, eine alte Fischbecker Scheune zum Sitz des Maschineneringes gemacht, die Havelhöfe in Garz ausgebaut oder der Sandauer Kirchturm errichtet - die Liste der großen und auch kleinen Projekte ist lang. Gemeinden, Vereine und Private traten als Investoren auf und kamen in den Genuss von Fördermitteln von teilweise bis zu 50 Prozent. Vier über mehrere Jahre dauernde Förderphasen seit 1991 gab es.

In der letzten von 2007 bis 2013 wurden 38 Projekte umgesetzt, die ein Investitionsvolumen von rund drei Millionen Euro hatten. Als Beispiele nennt Gerhard Faller-Walzer als Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe (sie setzt sich aus Vertretern aller Gemeinden des Altkreises Havelberg zusammen) die 16 Sitzgruppen am Frau-Harke-Sagen-Pfad, das Schönhauser Bürgerzentrum oder die alte Molkerei in Wust.

Drei Fördertöpfe angezapft

Die neue Förderphase hat bereits begonnen. Das neue Jahr soll zur Vorbereitung der Investitionen genutzt werden. Sie steht unter der großen Überschrift "Blühende Landschaften auch nach der Buga". Mittel aus den drei wichtigsten EU-Fördertöpfen werden bereitgestellt. Das sind neben dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) auch der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und der Europäische Sozialfonds (ESF). "Damit können in Zukunft nicht nur bauliche Maßnahmen in den Dörfern umgesetzt werden, sondern es gibt auch Unterstützungsmöglichkeiten für Investitionen in Städten sowie für Weiterbildungen oder Vernetzungsaktivitäten", erklärt Sybille Paetow von der "Landleute"-Agentur für Regionalentwicklung. Diese Agentur hat im vergangenen Jahr das Management für die Lokale Aktionsgruppe übernommen.

"Bis zum 30. März 2015 müssen wir eine lokale Entwicklungsstrategie erarbeiten und uns in einem landesweiten Wettbewerb mit anderen Aktionsgruppe zur Anerkennung für die neue Phase messen. Dafür benötigen wir frische Ideen für innovative Projekte, die wir in diese Strategie aufnehmen", wendet sich Gerhard Faller-Walzer an die Menschen im Elbe-Havel-Land.

Personalförderung

"Wir rufen zur Teilnahme am Ideenwettbewerb auf! Bis zum 7. Januar sollte diese Idee kurz beschrieben und an die LandLeute-Agentur geschickt sein. In einem Workshop am 27. Januar ab 16 Uhr im Grünen Haus in Kamern werden die eingegangenen und auch neu zu besprechenden Vorschläge konkretisiert, damit bis Ende März die neue Strategie zum Wettbewerb beim Land eingereicht werden kann. "Vorausgesetzt, dass unser Konzept ankommt und wir in das Programm aufgenommen werden, können die Fördermittel ab 2016 fließen", ist Gerhard Faller-Walzer schon gespannt auf die Vorschläge für die "blühenden Landschaften nach der Buga". Das Gute an der neuen Förderphase sei, dass sie vielfältiger ist, "wir können mehr Dinge als bisher nur Bauliches unterstützen". Als Beispiel nennt er die Förderung von Personal und Bildungsmöglichkeiten, "Touristenführer können beispielsweise geschult werden". Er ist zuversichtlich, dass es auch in der fünften Förderphase spannende Projekte geben wird, die das Gebiet zwischen Elbe und Havel weiter voran bringen und lebenswerter für die Bewohner machen.