Die Planungen für den Ersatzneubau des von der Flut zerstörten Jugendklubs in Kamern werden konkreter. Die Architekten aus Kyritz informierten gestern über Änderungen.

Kamern l Im November hatte es bereits eine Abstimmung im kleineren Rahmen gegeben, jetzt stellten die Kyritzer Architekten Sylvia Markau und Steffen Michaelis im Kamernschen Gemeindebüro das geänderte Projekt einem größeren Kreis vor. Neben Bürgermeister Arno Brandt waren auch Mitarbeiter vom Bauamt der Verbandsgemeinde, die Ratsmitglieder Ingo Mangelsdorf und Detlef Riek, Klubbetreuerin Petra Güldenpfennig sowie Gemeindearbeiter Werner Bioletti erschienen.

Gegenüber dem ursprünglichen Entwurf hatten die Kyritzer nun auf Wunsch der künftigen Betreiber einige Änderungen am Projekt vorgenommen. Grundsätzlich bleibt es dabei, dass der Klub im aufgeständerten Obergeschoss hochwassersicher untergebracht wird, das nicht beheizte Erdgeschoss kann hingegen notfalls überflutet werden.

Hier unten kommen neben den Umkleideräumen auch Toiletten und Duschen für Männer und Frauen sowie die Behindertentoilette mitsamt einem Wickelraum unter. Daneben befindet sich der Haustechnikraum. Neben dem Durchgang - er ist als Deichscharte gestaltet und kann im Notfall verschlossen werden - wird ein Schuppen stehen, in dem die beiden Kanus des Klubs sowie ein Fahrzeug untergestellt werden sollen.

Der untere Bereich wird massiv aus Beton errichtet, denn er muss auch das Obergeschoss tragen. Dieses wird deutlich größer ausfallen und den unteren Teil überragen - so findet sich hier beispielsweise Platz zum Unterstellen bei Regen. Auch hatten die Planer die Idee, hier die Bühne unterzubringen - das muss aber noch mit dem Planer der Außenanlagen abgestimmt werden. Eine weitere Idee waren eine zwei Meter hohe Kletterwand an der Fassade sowie ein Half-Pipe für Skater.

Geändert wurde der Rampenzugang - erst wies dieser in Richtung Kiosk, jetzt in Richtung Turnhalle. Dafür wird der Deich genutzt, der hier ohnehin verschwenkt, von dort führt ein Steg ins Obergeschoss. Rampe und Treppe münden in ein Foyer, von wo aus es entweder zum Klub oder in die Bibliothek geht.

Rampe führt nun von anderer Seite an den Klub

Geändert wurde auch der Zugang zum Erdgeschoss, er kann nun auch vom Strand aus erfolgen. Da dieser Teil nur in der Badesaison genutzt wird, ist er nicht beheizbar - was Betriebskosten spart. Da dieses Geschoss immer zugänglich ist, soll recht robuster Edelstahl im Sanitärbereich zum Einsatz kommen. Im Winter ist dieser Teil unbeheizt, dann muss das Wasser abgelassen werden.

Die Warmwasseraufbereitung im Neubau erfolgt übrigens kostengünstig mit Hilfe der Sonne über eine Solaranlage auf dem Dach - bei öffentlichen Neubauten ist dies ohnehin vorgeschrieben. Moderne Technik wird künftig auch zum Heizen des Obergeschosses genutzt - dies wird über eine Wärmepumpe erfolgen. An der Seite zum Kiosk hin befindet sich eine Loggia.

Für die Gestaltung des Obergeschosses unterbreiteten die Planer zwei Varianten. In der ersteren fiel der Platz für die Bibliothek größer aus, sie lag an der Straßenseite. Für den Jugendklub war ein großer Raum geplant - er bot Platz für Billardtisch und Tischtennisplatte zusammen. Zudem waren ein Raum fürs Kreative und als Büro, ein Fernsehraum sowie eine Abstellkammer vorgesehen. Teeküche und Toiletten fehlten natürlich auch nicht.

In der zweiten Variante befindet sich die Bibliothek an der zur Turnhalle hin gelegenen Seite des Neubaus, sie hat dadurch etwas weniger Platz. Sie soll zum Foyer hin eine gläserne Wand erhalten.

Hinter der Bibliothek sollen Kreativraum und Büro des Klubs unterkommen, zur Straße hin wurde der offene Fernsehraum eingeplant - womöglich mit alten Kinositzen. Die Teeküche würde sich hierbei neben der Loggia befinden, auch ein Abstellraum ist eingeplant.

Bei allen Varianten ist das Obergeschoss flexibel mit Trennwänden eingerichtet. Das bedeutet, dass diese bei Bedarf umgesetzt werden können - falls der Klub also eines Tages nicht mehr bestehen sollte, könnte hier zum Beispiel auch die Gemeinde unterkommen.

Bürgermeister Arno Brandt plädierte für die zweite Variante, er würde den Fernsehraum noch mit dem Kreativraum tauschen. Mit Blick auf die Kosten - die Planer hatten um die 650000 Euro veranschlagt - mahnte er, das Kino nicht zu vergessen. Für den Neubau sowie die Umgestaltung des Kinos wurden insgesamt 680000 Euro an Flutschäden bewilligt, wobei das Kino mit etwa 70000 Euro zu Buche schlägt.

Peter Hackel vom Bauamt informierte, dass auch bei der Gestaltung der Außenanlagen vom Planungsbüro neue Ideen präsentiert wurden. So könnten Stege und Sprungtürme auch schwimmend errichtet werden.

Die Ausschreibung für den Klubneubau könnte, wenn alles klappt, im Mai erfolgen, im Sommer wäre dann Baustart.

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