Zu ihrem jährlichen Boßelturnier haben sich am Sonnabend die Mitglieder der Sportgemeinschaft (SG) Freizeit Havelberg getroffen.

Havelberg l Bärbel Igel, Organisatorin des Boßelturniers, freute sich über die gute Beteiligung, denn Boßeln ist eigentlich ganz einfach und macht viel Spaß. Schon zwei Wochen vor Beginn schließt man einen Vertrag mit Petrus und dann hat man auch das passende Wetter zu dieser Sportart, die an der Nordseeküste sehr verbreitet ist. Im Volksmund heißt es scherzhaft: "Der Friese lernt zuerst das Laufen, dann aber gleich das Boßeln".

Straßen-Wettbewerb

Der Spaß steht hier im Vordergrund, denn: "Bei diesem Sport versuchen zwei Mannschaften eine Kugel mit möglichst wenigen Würfen über eine festgelegte Strecke zu werfen. Dabei gibt es keine feste Wurfbahn, die Wettbewerbe finden auf Straßen statt.

Das Spiel geht auf eine Art militärisches Training der Friesen für die Dorfverteidigung zurück. Die Friesen besaßen in der Vergangenheit keine Waffen und konnten sich daher gegen Seeräuber und andere Eindringlinge nur mit Steinen und wohl gezielten Lehmkugeln wehren. Friesische Auswanderer brachten das Spiel nach Amerika.

Geboßelt wird heute längst nicht mehr nur in den norddeutschen Küstenregionen. Es gibt regelmäßig nationale und internationale Meisterschaften. Der friesische Nationalsport ist mittlerweile auf der ganzen Welt zu Hause und inzwischen auch bei uns", erzählte die Sportexpertin Bärbel Igel.

Grillen bildet Abschluss

Schon am Treffpunkt, am Auslauf des Lindenweges, herrschte gute Stimmung, denn zur Tour gehören zwei mit Getränken aufgefüllte Bollerwagen. Nach der Bildung der beiden Mannschaften, rot und blau, wird dann erst einmal auf das Gelingen der Veranstaltung angestoßen. Neben einigen "harten Sachen" sind auch Glühwein und Kaffee zum Aufwärmen auf den Bollerwagen zu finden.

Der Vorsitzende des Vereins, Peter Igel, hielt am Start alles mit der Kamera fest. Bärbel Igel für die Mannschaft Rot und Frank Ungnade für Blau warfen die ersten Kugeln. Die Route ging in diesem Jahr in Richtung Wöplitz und verfehlte Wurfbahnen sorgten immer wieder für viel Gelächter. Es werden aber auch Passanten nach ihrer Lieblingsfarbe gefragt und sie haben die Auswahl zwischen Rot oder Blau. Je nach der Antwort muss die ausgewählte Mannschaft dann ein Schnäpschen trinken.

Das lustige Turnier, das sich bis zu vier Stunden hinziehen kann, findet beim Wintergrillen im "Altstadt-Café" und einem gemütlichen Beisammensein seinen Abschluss. Hier muss traditionell die Verlierermannschaft das Lied von Karl dem Käfer singen. Der Wirt des Cafés, Stefan Gildein, hatte damals das Boßelturnier ins Leben gerufen.

Nach dem Boßelturnier geht es für die Eheleute Igel in Richtung Sport nun wieder etwas ernsthafter weiter. "Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn ich interessierte Fußballer zu meinen Trainingsstunden, die immer donnerstags ab 20 Uhr in der Eichenwald-Sporthalle stattfinden, begrüßen könnte", so Peter Igel. Außerdem bietet die SG Freizeit ab Februar wieder einen neuen Kurs in der Wirbelsäulengymnastik mit der Übungsleiterin und Rückenschullehrerin Bärbel Igel an. Anmelden kann man sich zu diesen sportlichen Freizeiten unter Telefon 039387/80854.

Bilder