Elbe-Havel-Region (asr) l Fast 30 Interessierte diskutierten vor wenigen Tagen im Kamernschen Grünen Haus Visionen und Ziele für die neuen Strategie der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) "Im Gebiet zwischen Elbe und Havel" in der EU-Förderperiode des Programmes "Leader" bis 2020. In dieser neuen Phase ist das Förderspektrum breiter aufgestellt.

Seit drei Förderperioden wird "Leader" erfolgreich umgesetzt. Zuletzt, von 2007 bis 2013, sind 38 Vorhaben durch das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Altmark bewilligt worden. Die Fördermittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) betragen über drei Millionen Euro. Mit fast 200 Euro EU-Fördermittel pro Einwohner gehört die LAG zu den erfolgreichsten der 23 Gruppen im Land.

Für die Förderperiode bis 2020 hat sich die LAG im Bereich des Altkreises Havelberg unter dem Namen Elb-Havel-Winkel im November 2014 neu konstituiert. Bis zum 30. März muss eine lokale Entwicklungsstrategie erarbeitet werden. Hierzu hatte der LAG-Vorsitzende Gerhard Faller-Walzer zu einem öffentlichen Ideenwettbewerb aufgerufen, um alle Bürger am Entwicklungsprozess beteiligen zu können. 38 Vorschläge wurden eingereicht, die von konkreten Einzelinvestitionen über Verbundprojekte bis hin zu allgemeinen Aspekten der zukünftigen Entwicklung reichen. Es wurde intensiv darüber diskutiert, welche Handlungsfelder und Ziele die Region in den nächsten fünf bis sieben Jahren anpacken möchte, um die EU-Mittel nachhaltig einzusetzen. Informationen über die Förderbedingungen bekamen die Akteure von den Planern Sibylle Paetow und Björn Gäde von der LandLeute GbR. So soll in der neuen Förderperiode in Sachsen-Anhalt ein Multifondsansatz realisiert werden, in dem Mittel der drei wichtigsten EU-Fördertöpfe bereitgestellt werden. Das sind neben dem bisher genutzten Europäischen Landwirtschaftsfonds auch der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und der Europäische Sozialfonds (ESF). Damit können nicht nur bauliche Maßnahmen in den Dörfern umgesetzt werden, sondern es gibt auch Unterstützung für Investitionen in Havelberg samt Ortsteilen sowie für Weiterbildungen oder Vernetzungsaktivitäten.