Um das Thema Garten drehte sich in diesem Jahr alles beim Wulkauer Karneval. Und das aus gutem Grund: Die Jecken vom WKC hatten ihre eigene Gartenschau organisiert, die "WUGA 2015".

Wulkau l Blau war nicht nur das Band, welches - in Anspielung auf die Buga in der Havelregion - vom Saal zum Tresen führte, sondern auch das Band, das den zahlenden Gästen am Eingang ums Handgelenk gebunden wurde. Die Faschingsfans waren wieder in Scharen zum Deutschen Haus geströmt, alle drei Prunksitzungen sind ausverkauft - die letzte ist am kommenden Sonnabend.

Sitzungspräsident Andreas Düwert konnte zur Eröffnung auch ein neues Prinzenpaar begrüßen: Anne Pfundt und Chris Meyer. Das Paar tanzte vor seiner Proklamation erst einmal eine Runde durch den Saal: "Denkste denn, du Berliner Pflanze". Um den Unterschied zwischen dem Leben in der Hauptstadt und auf dem flachen Lande drehte sich denn auch der Dialog des Prinzenpaares: In Berlin kann man rund um die Uhr einkaufen, hier muss man warten, bis die Tankstelle öffnet. Aber in Wulkau kann man am Rahnsee kostenlos baden, Szenetreff ist hier der Klub und sogar ein Treckertreffen gibt es.

Unterstützung durch junge Männer hatte sich diesmal die Garde zugesichert, nach deren Auftritt gab es eine Premiere: Alida Peters, die einst beim Kinderfasching in der Bütt gestanden hatte, gab ihren Einstand bei den Prunksitzungen. Sie war Führerin auf dem Wuga-Gelände der Touristenhochburg Wulkau und berichtete vom Kopfverband des Nachbarn: Seine Frau hatte die Mücke auf seiner Stirn mit dem Spaten erschlagen. Tipps zum Umgang mit Raupen und Regenwürmern folgten.

Das Lied, das Anett Trapp anschließend anstimmte, hatte irgendwie auch mit dem Garten zu tun: "Auf der Wiese haben wir gelegen" von Veronika Fischer. Auch sie musste Zugaben liefern.

Die Errrungenschaften des modernen Gartenbaus lobte Caren Pfundt in ihrem Sketch. Die riesigen Kirschen erntete sie dank der Gentechnik, die Erde wird bei ihr vollautomatisch umgegraben und Unkraut mit Chemie bekämpft. Bei Wolken geht eine Höhensonne an - weshalb ein kleines Atomkraftwerk hinter Lemmes Stall errichtet wurde. Und die Biene (Mia Carolin Heyer) ersetzte sie durch eine Drohne - ihr Mann Willi musste diese mimen.

Caren Pfundt ist übrigens auch Leiterin der Dekogruppe des WKC, die den Saal wieder toll ausstaffiert hatte: mit Vogelscheuchen und -häusern, Gartenzwergen und wohl allen Wulkauer Gießkannen.

Viel Gelächter gab es bei der Ballade von der Sandauer Fähre, dargeboten von Gerd Pfüller. Robert und Irene wollten auf ihr übersetzen, doch das Gefährt kam und kam nicht...

Büttenredner Dominic Düwert hatte ebenfalls einst beim WKC-Nachwuchs begonnen. Er kam als Maulwurf daher, der auf jedem Hügel seinen Mann steht. Beim Hochwasser hatte er den Deich zerlöchert, woraufhin dieser brach und er fast ertrunken wäre - doch ein Tierschützer rettete ihn. Neulich buddelte er in Berlin und kam dadurch sogar in die Zeitung: "Maulwurf im Kanzleramt!"

Superstimmung im Saal

Ein alter Haudegen in der Bütt ist hingegen Wilko Bayer, der Vorsitzende des WKC. Er berichtete vom über 100 Jahre alten Ehepaar, was sich scheiden lassen wollte - es hatte gewartet, bis die Kinder tot sind.

Die Familie Wagner aus Klietz ist seit Jahren fester Bestandteil im Programm, diesmal rockten die Töchter Anja und Bettina mit lustigen Atemlos-Varianten den Saal.

Als Landwirt und Blumenmann sorgte Steffen Knoke wieder für Lacher, "ich werde spitz, wenn ich auf einem Lotus sitz". Seinen Schweinestall hat er zur Pension umgebaut.

"Hörst du die Regenwürmer husten" hieß das Lied, mit dem das Männerballett als riesiger Wurm in den Saal tanzte. Für Superstimmung sorgte anschließend auch Sängerin Michelle Gläss und wie immer beendete der Auftritt der Frauentanzgruppe das sehenswerte WKC-Programm.

   

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