Von Franz Böttcher

Schönhausen l Das Wetter im Januar war zur Zeit unserer Ahnen vorbedeutend für das ganze Jahr. Laut Statistik ist er durchschnittlich der kälteste und niederschlagsärmste Monat. Doch mit dieser Aussage sollte man heute vorsichtig sein, genau wie mit einem Teil alter Bauernregeln. Diese können mit der modernen Meteorologie nicht mehr konkurrieren, doch erzielt so mancher Merkspruch immer noch treffsichere Vorhersagen, wie: "Der Januar wirkt so insgemein nicht viel auf unsere Saaten ein, doch besser ist es, wenn´s friert und schneit, wie Regen in der Winterzeit." Oder: "Wenn Agnes und Vincentis kommen (21./22. Januar), wird neuer Saft im Baum vernommen." Bis zu diesem Zeitpunkt sollte früher das Bauholz eingeschlagen sein. Wurde in früheren Jahren noch Eis zur Bestückung der Kühlhäuser gesägt, so gibt es in unseren jetzigen Wintern kaum noch eine tragende Eisdecke auf den Gewässern. Hatten wir 2007 den wärmsten Januar seit der Wetteraufzeichnung, so kratzte der Januar 2015 doch gewaltig an dieser Statistik. Der Monat war, bis auf einige Tage mit Sturm, ruhig und wenig winterlich. Es war überwiegend stark bewölkt und nur an acht Tagen zeigte sich die Sonne. Der 10. Januar war mit 12 Grad plus der wärmste Tag des Monats, während der 19. Januar mit 6 Grad minus die niedrigsten Temperaturen brachte. Die Niederschläge fielen überwiegend als Regen, am Monatsende gab es noch eine leichte Schneedecke. Die Niederschlagsmenge kam auf 57 Millimeter pro Quadratmeter. Die Elbe hatte am 30. Januar 2015 einen Wasserstand von 3,74 Metern, während vor einem Jahr 2,63 Meter gemessen wurden.

Wie war der Januar 2014?

Mit leichtem Frost ging ein milder, trockener und von wenig Sonne begleiteter Wintermonat zu Ende. Mit 11 Grad plus hatten wir am 9. Januar den wärmsten Tag und mit 14 Grad minus am 25. Januar die kälteste Nacht. Die Niederschlagsmenge, überwiegend als Regen, kam auf 29 Liter.