Wenn es um ihren Ort geht, ziehen die Jederitzer an einem Strang. Das harmonische Miteinander lobte beim Neujahrstreff am Sonnabend auch Bürgermeister Bernd Poloski.

Jederitz l Jederitz ist zwar eine der kleinsten Ortschaften von Havelberg, doch braucht sie sich nicht hinter den anderen zu verstecken. Ortsbürgermeister Lothar Pietzschmann listete in seinem Rückblick im Feuerwehrraum gleich mehrere Aktionen aus dem Vorjahr auf. "Die ersten acht Monate meiner Amtszeit sind wie im Fluge vergangen", resümierte er. Der neue Ortschaftsrat ist handlungsfähig, Verbindungen zu den Vereinen und den Bürgern wurden geknüpft. Es wurden aber auch Auseinandersetzungen nicht gescheut.

Lothar Pietzschmann erinnerte an die fast abgeschlossene Deichrückverlegung, den damit zusammenhängenden Bau des neuen Mahlbusens und der Stellfläche für Pumpen am Schöpfwerk. Eine Lösung fand sich endlich für den Gedenkstein an die 500-Jahr-Feier, er wird nun an zentraler Stelle aufgestellt.

Froh ist der Ortsbürgermeister auch über eine andere Lösung: Eigentlich sollte am Ortseingang am Trübengraben ein mit Blumen bepflanztes Boot die Buga-Touristen begrüßen. Doch das Verkehrsamt in Stendal verweigerte die Genehmigung, weshalb nun der Hafen als Standpunkt auserkoren wurde. Hier wird auch die Sitzgruppe aufgestellt, die einst am Ausgang nach Havelberg gestanden hatte. "Diese Lösung ist preiswerter und gefällt mir persönlich sogar besser", meinte das Ortsoberhaupt. Die Kommune wird nicht belastet, hier kommen über den Ortsverein Spenden zum Einsatz.

"Wenn man im Ortzusammenhält, fühlt man sich auch wohl."

Bürgermeister Bernd Poloski

Wenn er Unterstützung benötigte, habe er immer offene Türen eingerannt - Vereine und Gewerbetreibende halfen nach Kräften. Als kleines Dankeschön gab es dafür auch Blumen: Für Fred Severin, der unter anderem mit seinem Rasenmäher aushalf, für Kristina Groos, deren Dachdeckerfirma ebenfalls mit Technik bereitstand, sowie für Reni Melzer, die Vorsitzender der Volkssolidarität, deren Gruppe bei jedem Arbeitseinsatz dabei ist.

Mit Hilfe von Volker Kunz wurde auch das Kriegerdenkmal saniert. Eine weitere schöne Veränderung sieht man jetzt am Ortsausgang nach Havelberg: Hier steht seit Dezember eine hölzerne Sitzgruppe, eine Wegemarke vom Frau-Harke-Sagenpfad. Joachim Kirchhoff will für eine Infotafel dort spenden, mit dem Erlös vom Holzverkauf soll zudem ein Fahrradständer gekauft werden.

Viele Gespräche hatte es zur Zukunft des Jugendtreffs gegeben, dieser soll erhalten bleiben. Die baulichen Mängel will die Havelberger Wohnbau als Vermieter noch beseitigen, ein Kostenvoranschlag ist erstellt.

Lothar Pietzschmann erinnerte auch an die schönen Veranstaltungen wie das Osterfeuer, das Aufstellen des Maibaumes oder das Dorffest - für ihn ein Indiz für eine intakte Dorfgemeinschaft. Dieses Jahr steht mit der Buga erneut viel Arbeit bevor, dazu ist der Hafen zu gestalten - mit Sitzgruppe, Blumen-Boot und Infotafel. Am 28. März soll dazu ein erster Arbeitseinsatz stattfinden, ein weiterer folgt am 20. Juni. Neue Spielgeräte werden aufgestellt und der Deichbau wird abgeschlossen.

"Wenn die Dorfgemeinschaft so wie hier zusammenhält, fühlt man sich auch wohl im Ort", lobte Havelbergs Bürgemeister Bernd Poloski. Vor allem in Vorbereitung auf die Buga sei im Ort viel passiert. Und: "Wenn es überall so harmonisch wäre wie hier in Jederitz, wären andernorts viele glücklicher - lasst euch das nicht nehmen!"