Den größten Zulauf seit 2007 hat die Touristinformation in der Havelberger Uferstraße im vergangenen Jahr verzeichnet. Insgesamt 20634 Besucher wurden hier registriert.

Havelberg l Jeweils vierstellige Gästezahlen in der Tourist-Info gab es in den Monaten April bis September; am stärksten aufgesucht wurde die Einrichtung im August, als sich hier 3209 Frauen und Männer im wahrsten Sinne des Wortes die Türklinke in die Hand gaben. Einen noch größeren Ansturm hatte es zuletzt im August 2012 gegeben, als 3747 Besucher gezählt wurden. Den einsamen Rekord im 15-Jahre-Vergleich hält allerdings der August 2007 mit sage und schreibe 5419 Gästen - eine Zahl, die ansonsten davor und danach nicht annähernd erreicht worden ist.

"Nach 2007 und 2004 mit 21465 Auskunftsuchenden können wir uns damit 2014 über das drittbeste Ergebnis seit 2000 freuen", sagt die Mitarbeiterin der Tourist-Information Grit Lübeck. Einen Grund für das wieder angestiegene Interesse für die Domstadt sieht sie in der Bundesgartenschau 2015 Havelregion, für die Havelberg ja bekanntlich eine von fünf Ausrichterstädten ist. Ein ganzer Teil Touristen wollte einfach schon mal im vergangenen Jahr schauen, was für eine Stadt das eigentlich ist, die sich auf die Bundesgartenschau vorbereitet. Einige davon nutzten in der zweiten Jahreshälfte auch die Möglichkeit, Buga-Eintrittskarten in der Einrichtung zu erwerben, ist von Grit Lübeck zu erfahren. Das ist in der Touristinformation übrigens auch weiterhin möglich, allerdings sind die Rabattierungen für Interessenten an Dauerkarten seit Ende Januar ausgelaufen.

Seit dem Flutjahr 2013, in dem der Besucherstrom im Katastrophenmonat Juni fast vollständig zum Erliegen gekommen war (lediglich 293 Gäste), wird in der Touristinformation auch über die Radwanderer, die hier Halt machen, genau Buch geführt. Mit 3979 machten sie im vergangenen Jahr immerhin fast ein Fünftel der Gesamtbesucherzahl aus. Die meisten Radler kamen in den Sommerferien: 817 waren es im Juli und 969 im August - praktisch jeder Dritte -, was zeigt, dass das gut ausgebaute Radwegenetz um Havelberg (dazu gehören vor allem der Elbe- und der Havelradweg) von Urlaubern, die mit dem "Drahtesel" unterwegs sind, recht gut frequentiert ist.

Verständlich auch, dass sich in den Wintermonaten kein Tourist mit seinem Fahrrad auf große Tour begibt. Im Januar und Dezember 2014 stand aus diesem Grund wohl auch eine Null auf dem Registrierbogen dafür.

Auch die Zahl der ausländischen Gäste erhöht sich kontinuierlich. Alle Kontinente sind vertreten. "2014 stellte sich uns auch ein Pärchen aus Australien vor. Es war so begeistert von der Domstadt, dass es sich mit einem Eintrag in unser Gästebuch verewigte", erinnert sich Grit Lübeck.

Gästen aus dem nichtdeutschsprachigen Raum gegenüber ist es für die Mitarbeiter/innen der Touristinformation übrigens nicht immer einfach, sich diesen gegenüber verständlich auszudrücken. Denn Fremdsprachen beherrscht keiner von ihnen. "Aber irgendwie kriegen wir das immer hin - mit Händen und mit Füßen", schmunzelt Grit Lübeck, "und ernten dafür dann meist ein dankbares Lächeln."