Havelberg l Neben elf Mitgliedern des Ortsverbandes der Linken in Havelberg interessierten sich einige weitere Einwohner aus der Stadt und den Ortschaften für den Mann, der am 22. März zur Bürgermeisterwahl in Havelberg antreten will. Zur öffentlichen Mitgliederversammlung begrüßte Heide Schumann vom Vorstand zudem Landtagsabgeordnete Helga Paschke und Kreisvorsitzenden Mario Blasche.

Frank Ermer trägt sich schon länger mit dem Gedanken, für das Amt des Stadtoberhauptes zu kandidieren. Mit der Kandidatur für den Stadtrat hatte er den ersten Schritt getan, ins politische Geschehen der Hansestadt einzutreten. Zwar zog er nicht ins Gremium ein, arbeitet jedoch als sachkundiger Bürger mit. Die Voraussetzungen für das Amt bringt er unter anderem aufgrund seiner Erfahrungen als Nachrichten- und Fernmeldetechniker der Bundeswehr, der in verschiedenen Posten stets Kontakt zu zivilen Einrichtungen und Firmen hatte, mit, antwortete der 54-Jährige am Sonnabend auf die entsprechende Frage.

Auch wenn er aufgrund seines Dienstes zunächst in der NVA und später der Bundeswehr oft außerhalb eingesetzt war, ist er Havelberg immer eng verbunden geblieben. Seit 1980 lebt der zweifache Familienvater in der Stadt. Seit 2008 war das Führungsunterstützungsbataillon Havelberg seine Arbeitsstätte. In zwei Wochen endet sein Bundeswehrdienst und er geht zum 1. März in Pension.

Nach dem Schwerpunkt seines Handelns befragt, wenn er ins Bürgermeisteramt gewählt wird, nannte Frank Ermer die Stadtinsel. Sie zu beleben, mit Anbindung der Oberstadt, sei sein Ziel. Indem öffentliche Hand und private Investoren zusammengeführt werden, könnte es gelingen, Geschäftsleute zu überzeugen, sich auf der Stadtinsel anzusiedeln, und auch den Verfall oder gar Abriss von Gebäuden zu verhindern. Auch deutlich mehr Werbung für die Stadtinsel sieht er als Möglichkeit der Belebung. Einen Einkaufsmarkt, der schon lange gewünscht wird, hält er ebenfalls für wichtig.

Die Nachhaltigkeit der Bundesgartenschau sieht er als weiteren Schwerpunkt. Er sei zuversichtlich, dass die Pflege der Flächen durch Vereine nach der Buga gelingt, würde zudem die Aufnahme des Dombereiches in die "Gartenträume Sachsen-Anhalt" befürworten. Was würde er anders machen als der bisherige Bürgermeister? Es sei ihm sehr wohl bewusst, dass es bestimmte Zwänge durch Land und Kreis gibt und die finanzielle Situation Havelbergs weiterhin angespannt ist. Die Zusammenarbeit mit Stadträten und Vereinen sollte aber effektiver gestaltet und mehr über Themen gesprochen werden.

Einstimmig votierten die Parteimitglieder für Frank Ermer. Bislang gibt es neben Amtsinhaber Bernd Poloski und Herbert Dierkes aus Kuhlhausen somit drei Interessenten für das zum 1. Juni dieses Jahres neu zu besetzende Bürgermeisteramt.