Havelberg l Vom Abzweig der Elbstraße aus bis hoch zur Ampelkreuzung erhält die Bundesstraße 107 in der Buga-Zeit ein Tempolimit. Von 9 bis 20 Uhr dürfen Fahrzeuge dann nur 30 Kilometer pro Stunde fahren. Das dient der Sicherheit der vielen Fußgänger und Radfahrer, die die Stadt bevölkern werden. Der Radweg wird vom Fußweg auf die Straße verlagert. Mehrere Varianten wurden diskutiert zu der Frage, wie die vielen Fußgänger vom Hauptparkplatz in der Elbstraße über die B107 auf die Stadtinsel gelangen.

Die Bedarfsampel wird, von der Elbstraße aus gesehen, am Ende der Sandauer Brücke stehen. Dort gibt es bereits abgesenkte Borde, so dass die Barrierefreiheit gegeben ist. In Richtung Pegelhaus queren die Besucher die Bundesstraße und werden von dort über Avus und Roßmühlenstege zur Blumenhallenschau in der Stadtkirche beziehungsweise zu allen anderen Buga-Bereichen geleitet.

Der Bereich Kirchstraße wird vom Abzweig Mühlenstraße bis zum Rathaus zur Fußgängerzone, inklusive des Kirch- und des Marktplatzes. Alle anderen Bereiche der Stadtinsel bleiben so befahrbar wie bisher auch, machte Dieter Härtwig vom Ordnungsamt der Stadt deutlich. Auch die meisten Parkplätze bleiben erhalten. Auf dem Kirchplatz und in Höhe des Erlebnispädagogischen Centrums ELCH werden Behindertenparkplätze ausgewiesen.

Wird Busverkehr in der Lindenstraße zum Problem?

Die Sperrung der Kirchstraße wird so geschaffen, dass sie im Notfall für Rettungs- und Feuerwehrfahrzeuge befahrbar bleibt. Auch an den Lieferverkehr für die in dem Bereich befindlichen Gaststätten und Geschäfte ist gedacht worden. Er sollte jedoch morgens bis 9 Uhr beendet sein. Auch die Müllabfuhr erfolgt bis zu diesem Zeitpunkt.

"Die Domstraße bleibt von der Schulstraße aus befahrbar, so dass wir einen Bypass haben, falls sich an anderer Stelle etwas staut", erklärte Dieter Härtwig. Die Besucherlenkung sieht vor, dass die Fußgänger durch die Steinstraße - oder auch am Stadtgraben - in Richtung Sankt-Annen-Kapelle gehen, von wo sie in den Ausstellungsbereich im Dombezirk gelangen. Für den Propsteiplatz ist vorgesehen, dass die Einbahnstraßenregelung aufgehoben wird, denn ein Teil wird zur Stellfläche für die Feuerwehr. Am Wasserturm, dem zweiten Eingangsbereich, werden ebenfalls Behindertenparkplätze ausgewiesen. Hauptparkplatz für alle Fahrzeuge ist die neu geschaffene Fläche in der Elbstraße neben dem "Haus der Flüsse". Außerdem werden auf der anderen Straßenseite bis hoch zum Pferdemarktgelände im Bereich der Buswendeschleife Ausweichparkplätze ausgewiesen. Hier gilt dann ebenfalls Tempo 30.

Ein Problem sehen Ausschussmitglieder in dem erhöhten Besucheraufkommen an der Roßmühlenstege, wo die Mühlenstraße überquert werden muss. Durch Wartezeiten an der Kirche könnte es zum Rückstau und somit zum Konflikt mit Fahrzeugen kommen. Dieter Härtwig sagte, dass in dem Bereich der Fußgängerzone viel Platz für die Besucher zur Verfügung steht.

Frank Ermer als sachkundiger Bürger berichtete von Reisebussen, die ihre Gäste am Wasserturm absetzen und in der Elbstraße wieder abholen wollen. Das damit erhöhte Verkehrsaufkommen in der Lindenstraße sieht Ausschussmitglied Sven Hetke kritisch. Er erinnerte an die Debatten um einen Radweg in der Lindenstraße, die von etlichen Kindern als Schulweg genutzt wird. Mit einer höheren Verkehrsdichte steige das Gefährdungspotenzial.

Die Volksstimme sprach mit Christian Bodach, Leiter touristische Infrastruktur im Buga-Zweckverband, darüber. Grundsätzlich ist laut Leitsystem für Busse der Parkplatz in der Elbstraße beziehungsweise der in der Bahnhofstraße vorgesehen. Die Spitzenzeiten für die Anreise liegen zwischen 9 und 11 Uhr, dann ist kein Schülerverkehr. Es gibt Wünsche von Reiseunternehmen, oben am Wasserturm ihre Gäste aussteigen zu lassen. Zur Buga-Zeit wird zudem die extra geschaffene Linie 686 von Glöwen über Havelberg nach Stölln stündlich verkehren. Probleme sieht er dadurch zunächst jedoch nicht.

Konzept kann jederzeit nachgesteuert werden

Sollten sich solche herausstellen, werde nachgesteuert. Alle Bereiche wurden mit der Verkehrsbehörde des Landkreises, der Polizei und dem Ordnungsamt hinsichtlich Verkehr, Rettungsplänen und Sicherheit betrachtet und Lösungen erarbeitet. Das alles sei kein starres Konzept und es werde bei laufendem Betrieb weitere Beratungen geben. "Man muss aufpassen, dass nicht alles überreguliert wird, viele Dinge werden sich einspielen", sagte Christian Bodach und verwies zudem auf den Paragraf 1 der Straßenverkehrsordnung, der für alle Verkehrsteilnehmer auch zur Buga gilt.