Schönhausen (asr) l Die Kirchengemeinde Schönhausen wird an den 200. Geburtstag des Reichsgründers Otto von Bismarck am 1. April mit einem Gedenkgottesdienst erinnern, der ab 19 Uhr in der Kirche gefeiert wird. Dazu lädt der Gemeindekirchenrat schon jetzt herzlich ein.

Zum Gottesdienst hat der Botschafter der Russischen Föderation, Wladimir Michailowitsch Grinin, sein Kommen zugesagt. Ebenso werden auch die früheren Ministerpräsidenten Wolfgang Böhmer und Lothar de Maiziére erwartet. Wolfgang Böhmer spricht ein Grußwort.

"Ich freue mich über unsere Gäste, weil sie die besondere Bedeutung, die Bismarck stets den deutsch-russischen Beziehungen zugemessen hat, unterstreichen", erklärt Thomas Roloff, der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates.

Bismarck war von 1859 bis 1862 preußischer Botschafter in Russland, woran in St. Petersburg bis heute erinnert wird. Zuvor hatte er als Bundestagsgesandter maßgeblich daran mitgewirkt, dass Preußen im Krimkrieg (1853-1856) seine neutrale Haltung wahrte, dadurch wurde Russland unterstützt. Auch als Ministerpräsident verstand er es insbesondere während des polnischen Aufstandes 1863, sich das Wohlwollen des russischen Riesenreiches zu erhalten. Anders wären die militärischen Erfolge über Österreich 1866 und über Frankreich 1870/71 sicher nicht möglich geworden. Nur sie aber ebneten den Weg zum deutschen Reich in der Mitte Europas. Bismarck war sich dann aber darüber im Klaren, dass das Äußerste erreicht war, was im Rahmen eines deutschen Nationalstaates möglich gewesen ist. Von nun an verlegte er seine Energie darauf, das Errungene zu bewahren. Der wirtschaftliche Aufstieg Deutschlands, seine Modernität und rasant wachsende Macht riefen nämlich unter den europäischen Mächten nicht nur Bewunderung und Freundschaft hervor. Gerade darum sah Bismarck die Rolle des Deutschen Reiches darin, als ehrlicher Makler zu handeln und unter den europäischen Mächten, vor allem zwischen Österreich und Russland, immer den Ausgleich zu suchen. Solange Bismarck Kanzler war, standen Deutschland und Russland freundlich zueinander.