Wie nicht anders zu erwarten, ist die Verbandsversammlung des Wasserverbandes Havelberg TAHV allen Beschlussvorschlägen des kurz vorher tagenden Verbandsausschusses gefolgt. Neun Beschlüsse waren auf der Sitzung am Mittwoch in Sandau zu fassen.

Sandau l Verbandsvorsitzender Gerd Müller informierte vorab, dass der TAHV die Stadtwerke in Havelberg beauftragt habe, die Berechnungsgrundlagen der Entgelte für die Besitzer abflussloser Sammelgruben zu überprüfen. Wie in anderen Verbänden könnte dann auch beim TAHV die Trinkwassermenge als Berechnung für den Abwasserpreis herangezogen werden.

Beim derzeitigen Prozedere werden die ehrlichen Nutzer benachteiligt, denn es wird nach der Abfuhrmenge bezahlt. Doch gibt es einige "schwarze Schafe", die weniger als die Hälfte ihres Trinkwasserverbrauchs aus ihren Sammelgruben abfahren lassen - wo ist der Rest geblieben?

Weil eine neue Wahlperiode begonnen hat, mussten auch der Vorsitzende der Verbandsversammlung und dessen Stellvertreter gewählt werden. Da es nur zwei Mitglieder gibt - die Verbandsgemeinde Elbe-Havel-Land und die Einheitsgemeinde Havelberg -, gab es nicht allzu viel Auswahl. Der noch immer krankgeschriebene Verbandsbürgermeister Bernd Witt, der seine Bereitschaft zum weiteren Mitwirken erklärt hatte, ist wieder Vorsitzender, Bernd Poloski aus Havelberg erhielt als Stellvertreter alle Stimmen. In den Verbandsausschuss wurden Gerhard Faller-Walzer, Jürgen Masch, Arnold Bausemer sowie Sven Hetke, Manfred Wolf und Fred Lähns gewählt.

Noch genug Geld da: keine Erhöhung

Die Entgelte fürs Trinkwasser als auch fürs Abwasser bleiben in diesem und im kommenden Jahr unverändert, beschloss die Versammlung. In der Diskussion meinte Alfons Dobkowicz, Bürgermeister aus Schönhausen, dass man bereits jetzt die Preise moderat erhöhen sollte, da laut Kalkulation ja bis zu 32 Cent mehr für den Kubikmeter Trinkwasser nötig wären. Die kommunalen Zweckverbände wie der TAHV seien jedoch angehalten, erst ihre Gewinnvorträge abzubauen, erklärte Bernd Poloski. Und da hat der Verband immerhin noch über 318000 Euro auf der Habenseite.

Um viel Geld geht es auch bei der Wasserversorgung für den Südbereich des Verbandsgebietes. Denn das fast 80 Jahre alte Wasserwerk in Klietz wird ohne Schutzzone betrieben und die Eisen- und Trübungswerte stimmen nicht mehr. Die über Jahre verfolgte Alternative in der Wuster Heide ist nicht machbar - das Grundwasser würde hier durch die Wasserentnahme zu stark abgesenkt. So muss der TAHV das Wasser nun von woanders holen - auch hier gab es drei Varianten: Genthin, Havelberg oder Arneburg.

Der Verband schlug Havelberg vor, so würde der Verband nicht von anderen abhängig. Die Ertüchtigung des dortigen Wasserwerkes, der Bau einer Leitung von Sandau nach Scharlibbe sowie von Druckerhöhungsstationen würden um die 4,6 Millionen Euro kosten. Allerdings muss noch die Zustimmung der Gewässerkundler abgewartet werden. Sie müssen prüfen, ob in Havelberg so viel Wasser gefördert werden kann.

Anlagen sind auf weiches Wasser eingestellt

Alfons Dobkowicz wies auf ein Problem hin, das nicht nur ihn bewegt: Das Klietzer Wasser ist mit 7 Grad Deutscher Härte recht weich, jenes aus Havelberg hat 20 Grad - das gilt als recht hart. Er befürchtet Schäden an den Anlagen, die ja auf weiches Wasser eingestellt sind. Deshalb solle man das Wasser aus Havelberg zentral entkalken, schlug er vor. Dem stimmten auch Gerhard Faller-Walzer aus Wust und Arno Brandt aus Kamern zu.

Bernd Poloski ergänzte den Beschluss mit einem entsprechenden Zusatz. Demnach sei eine den Verhältnissen entsprechende technische Lösung zu finden - vorbehaltlich der Zustimmung der Bundeswehr, welche die Investition erheblich bezuschusst. Denn das Wasserwerk Klietz befindet sich am Rande ihres Übungsplatzgeländes und kann auch darum nicht länger betrieben werden - würde die erforderliche Trinkwasserschutzzone ausgewiesen, müsste der Übungsplatz seinen Betrieb einstellen.