Bianca Bölts Leben ist mit "Emmi" lebenswerter geworden. Der Diabetiker-Warnhund unterstützt sie dabei, mit ihrer Erkrankung besser umzugehen und ist Ersthelfer in Notsituationen.

KleinDamerow l Alle Anstrengungen haben sich gelohnt. Emmi, der Diabetiker-Warnhund von Bianca Bölt in Klein Damerow, bestand im Dezember 2014 im Hundezentrum Rhinluch in Friesack die Prüfung als "Schutzengel". Dafür gab`s ein Zertifikat, einen entsprechenden Ausweis und eine Kenndecke, die ihn als "Diabetiker-Warnhund" kenntlich macht.

"Mein Mann war am ersten und an diesem letzten Tag der Ausbildung mitgekommen und konnte so die Entwicklung vom einst wuselnden und tobendem Vierbeiner zu einem gehorsam-aufmerksamen und begeistert arbeitenden Junghund mit eigenen Augen sehen", erzählt Bianca Bölt. "Selbst die Prüferin zeigte sich von Emmi begeistert, mahnte aber, dass der Hund erst ein knappes Jahr alt und somit physisch und psychisch noch sehr unfertig sei. Wir müssten unbedingt weiter am Grundgehorsam und an Spezialaufgaben arbeiten, um die Kommandos zu festigen und Verhaltensmuster auszubauen. Eine Unterbrechung könnte alles bisher Erreichte zunichte machen, gab sie uns mit auf den Weg."

Die zweiteilige Theorieprüfung war für die Hundeführerin nicht einfach. Sie wurde - trotz aller Anspannung und Aufregung - aber ebenso mit Bravour gemeistert, wie die beiden praktischen Abschnitte. Einen großen Anteil an diesem Erfolg hat der Ausbilder Erhard Genschmer, denn seine Methoden, zu denen eine eindeutige Körpersprache, Akustik- und Sichtkommandos in Verbindung mit positiver Bestärkung durch Lob oder Leckerlis gehörten, sprachen für sich. "Wir haben bei ihm sehr viel auch für die Zukunft gelernt. Sollten dennoch Probleme auftauchen, versprach er, jederzeit mit Rat und Tat da zu sein", freut sich Bianca Bölt. Erleichtert zeigt sie sich auch darüber, die hohen Kosten für die Ausbildung von Emmi - ein Labrador-Boxer-Mix - zum Diabetiker-Warnhund in Raten begleichen zu können. Sehr dankbar ist sie für die finanzielle Hilfe aus der Öffentlichkeit, die ihr nach dem Volksstimme-Beitrag vom Juli 2014, in welchem dargelegt wurde, wie lebenswichtig für sie ein Diabetiker-Warnhund ist, zuteil wurde.

Werte haben sich verbessert

"Trotz der stetigen Verschlechterung meines Befindens in den letzten Jahren, bedingt durch den Langzeitdiabetes von inzwischen 45 Jahren, muss ich meinen Alltag allein bewältigen", spricht sie über ihre Krankheit. "Doch die Verantwortung für den Hund, seine weitere Erziehung in meinem Interesse fordert und motiviert mich Tag für Tag. Ich bin mit Emmi nicht nur optimistischer, ausgeglichener, zufriedener und glücklicher geworden, sondern auch meine Werte haben sich etwas verbessert. Das beweist, wie wichtig die Entscheidung für einen ausgebildeten Diabetiker-Warnhund für mich gewesen ist. Da Emmi sehr eifrig arbeitet und immer noch dazu lernt, gibt sie mir inzwischen nicht nur die Sicherheit vor Unterzuckerungen, sie erleichtert mir auch den Alltag." So hat Emmi zum Beispiel einige Assistenzhunde-Aufgaben übernommen. Das Licht an- und auszuschalten oder Bianca Bölt die Socken auszuziehen, wenn sie es wünscht, gehören dazu. Oder auch bestimmte Dinge - ganz wichtig dabei ist die Messgerätetasche - zu finden, aufzuheben und ihr zu bringen.

Jeder Hundebesitzer weiß aber auch, wieviel Liebe, Ehrlichkeit, Trost, Zuwendung und Freude ihm ein solches Tier schenkt. Noch dazu muss man mit dem Vierbeiner mehrmals täglich an die frische Luft, egal bei welchem Wetter, was die Gesundheit fördert.

"Welche Einrichtung nimmt mich mit dem Hund auf?"

"Jetzt muss ich die nächste Hürde überwinden", blickt Bianca Bölt auf eine weitere Aufgabe. "Nämlich eine Einrichtung finden, die mich mit dem Hund zur regelmäßig notwendigen Stoffwechseleinstellung aufnimmt. Bisher werden dafür nur Blindenführhunde akzeptiert, doch nicht nur ich bin der festen Überzeugung, dass tiergestützte Therapien in vielen Bereichen auf dem Vormarsch sind und in einigen Jahren selbstverständlich sein werden. Und warum ist ein Assistenzhund zum Beispiel für Rollstuhlfahrer oder Diabetiker weniger wichtig oder weniger wert?"

Bianca Bölt möchte ihr Wissen, ihre persönlichen Erfahrungen mit Emmi dazu benutzen, die Anerkennung und Gleichstellung der Assistenzhunde zu erreichen. "Emmi ist mein unverzichtbares ,Hilfsmittel`, wie auch meine Insulinpumpe und mein Messgerät, nur noch besser. Ich machte leider schon mehrfach die lebensbedrohliche Erfahrung, dass Technik versagen kann. Meine Emmi jedoch hat das bisher nicht getan."

Bianca Bölt steht unter 039387/12433 für Fragen zur Verfügung. Wer ihr dabei helfen möchte, die teure Ausbildung für Emmi zu finanzieren, kann Einzahlungen auf folgendes Spendenkonto vornehmen: IBAN DE10500105175549424432, Betreff: Hypohund-Ausbildung.