Das Havelberger KMG Klinikum hat mit Beginn des Monats März eine neue Verwaltungsdirektorin. Pia Gabel tritt die Nachfolge von Diana Möller an, die in den vergangenen zwei Jahren neben dem Klinikum in Kyritz auch das in der Hansestadt leitete. Damit hat das Havelberger Krankenhaus wieder eine eigene Verwaltungsdirektorin.

Havelberg l Neues Bettenhaus, neue Verwaltungsdirektorin und bald auch einen neuen Ärztlichen Direktor: Dem KMG Vorstand ist es wichtig, dass die Entwicklung am Standort Havelberg kontinuierlich vorangeht. Das bekräftigte Vorstandsvorsitzender Stefan Eschmann gestern im Gespräch mit der Volksstimme zur Vorstellung der neuen Verwaltungsdirektorin. "Ich freue mich, dass wir mit Frau Gabel eine kompetente, engagierte und motivierte junge Führungskraft für unsere Klinik in Havelberg gewinnen konnten, die mit den Strukturen der KMG Kliniken bereits bestens vertraut ist."

Pia Gabel ist seit 2011 im Konzern tätig, zuletzt als Assistentin des Vorstandes und als Integrationsmanagerin der KMG Klinik Boizenburg, die seit November 2014 zum Verbund der KMG Kliniken gehört. Die in Röbel an der Müritz geborene Absolventin der Universität Greifswald ist Master of Science in Health Care Management. "Für mich bedeutet diese neue Aufgabe eine berufliche und persönliche Weiterentwicklung. Ich stehe voll hinter dem Standort Havelberg und den Mitarbeitern und freue mich über den weiteren Ausbau. Den Kurs, den Frau Möller eingeschlagen hat, will ich nicht nur fortsetzen, sondern in dieser Umbruchphase aktiv gestaltend mitwirken", sagte die 28-Jährige, die in Wittstock zu Hause ist.

"Im Moment haben wir den Eindruck, dass die Patientenzahl steigt."

Der Umzug in das Ende vergangenen Jahres eingeweihte neue Bettenhaus ist vor einigen Tagen abgeschlossen worden. In der kommenden Woche beginnen im Altbau die Abrissarbeiten.

Dort werden die Patientenzimmer nach und nach saniert, so dass künftig 80 Betten in modernen Zimmern zur Verfügung stehen. Derzeit liegt die Belegung bei rund 50 bis 60 Betten. Die alte Gebäudesubstanz spielte bei manchem Patienten eine Rolle bei der Wahl des Krankenhauses. "Im Moment haben wir den Eindruck, dass die Patientenzahl steigt und manch einer mit einem geplanten Krankenhausaufenthalt gewartet hat, bis der Neubau fertig ist", sagt Stefan Eschmann. Angesichts der personellen Veränderungen mit einigen Reduzierungen ist die Stimmung gemischt bei den 90 Mitarbeitern. "Aber es ist für jeden erkennbar, dass sich nachhaltig etwas tut."

Zum 1. Juni wird wie angekündigt Prof. Dr. Thomas Wertgen seinen Dienst als neuer Ärztlicher Direktor und Chef der Inneren Abteilung in Havelberg beginnen.

Derzeit wird zudem nach einem Chefarzt für die Chirurgie gesucht, um auch diese Abteilung wieder mit einem eigenen Chef zu besetzen. "Das heißt nicht, dass wir uns von der bewährten Kooperation mit Kyritz abwenden. Aber wir präsentieren damit die Chirurgie auch nach außen als starke eigene Abteilung." Zudem gibt es Gespräche mit einem weiteren Oberarzt für die Innere Medizin.

"Wir investieren gemeinsam mit dem Land Sachsen-Anhalt zwölf Millionen Euro in den Neu- und Umbau des Krankenhauses in Havelberg und kaufen zudem neue Medizintechnik. Es tut sich was im Haus, ich bin sehr optimistisch", so Stefan Eschmann.

Um so mehr ärgern ihn E-Mails oder andere Äußerungen, wie die, die Prof. Wertgen dieser Tage von einer Frau erhalten hat. Sie schreibt darin, dass seit 2010 drei Chefärzte versucht hätten, die Innere Abteilung zu leiten und innerhalb kürzester Zeit vom KMG Konzern gefeuert worden seien. In dieser Zeit gab es zudem drei Verwaltungsleiter. Sie rät ihm ab, nicht nach Havelberg zu gehen, weil es die KMG vor allem mit den Patienten nicht gut meine, die es in dieser Region schwer genug hätten.

"Wenn jemand Kritik üben will, soll er das mit offenem Visier machen."

"Wenn jemand Kritik üben will, soll er das mit offenem Visier machen. Was soll diese E-Mail? Wenn es darum geht, das Krankenhaus kaputt zu machen, sage ich, dass das nicht gelingen wird. Sollte es Anlass zur Kritik geben, kann man mit uns offen darüber sprechen. Es bringt auch nichts, in der Vergangenheit zu rühren. Wir stehen für ein vertrauensvolles Verhältnis und stellen uns jeder Diskussion, die offen und objektiv geführt wird. Gegen solche Art Mails verwehre ich mich jedoch im Namen aller Mitarbeiter", sagt Stefan Eschmann. Bezogen auf die Lage der Patienten in der Region gibt er zu bedenken: "Aus der Vogelperspektive betrachtet, haben wir hier noch eine sehr ordentliche Krankenhausdichte. Ich kenne ganz andere Regionen in Deutschland. Wir haben hier eine sehr gute stationäre Versorgung."

Die Weiterentwicklung des Klinikums Havelberg ist eng verbunden mit der ambulanten Versorgung im Medizinischen Versorgungszentrum MVZ, in dem ambulante Sprechstunden in der Allgemeinmedizin, Chirurgie und Orthopädie angeboten werden.

Für Allgemeinmediziner Wolfgang Salzmann, der Ende März in den Ruhestand geht, wird nach einem Nachfolger gesucht. "Wir sind mitten in der Akquise", sagt Pia Gabel. In der weiteren Verzahnung von ambulanter und stationärer medizinischer Versorgung sieht sie einen Schwerpunkt ihrer Arbeit.

Diana Möller wird sich ab sofort auf das Klinikum in Kyritz konzentrieren. Dort steht für Mai die Eröffnung des Neubaus an. Durch die weitere Kooperation beider Kliniken will sie dem Haus in Havelberg aber weiter verbunden bleiben. Stefan Eschmann dankte ihr dafür, "dass sie für eine zweijährige Übergangsphase das KMG Klinikum Havelberg geleitet und auf einen sicheren Weg in die Zukunft gebracht hat".

 

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