Havelberg (ans) l Mehrheitlich haben sich die Mitglieder des Hauptausschusses für Sonderöffnungszeiten in der Kita "Regenbogen" während der Buga-Zeit ausgesprochen. Nach heftiger Diskussion im Sozialausschuss war Iris Warnstedt vom Havelberger Jobcenter eingeladen worden. Evelin Bullwan, Sachgebietsleiterin Allgemeine Verwaltung im Rathaus, erklärte noch einmal, weshalb die Stadt diese Satzungsänderung vorschlägt.

Insbesondere beim Servicepersonal, das in den 177 Tagen Buga an Wochenenden und Feiertagen arbeiten muss, sei zu erwarten, dass Eltern eine Betreuung außerhalb der üblichen Zeiten benötigen. Um sowohl Arbeitnehmern als auch Arbeitgebern entgegenzukommen, hat die Verwaltung den Vorschlag unterbreitet. Iris Warnstedt stellte ihrer Erklärung den Wandel auf dem Arbeitsmarkt voraus. Gab es in den 90er Jahren eine Arbeitslosenquote von bis zu 40 Prozent, ist es inzwischen so, "dass wir schon ohne Buga Probleme haben, alle freien Stellen zu besetzen". Das betrifft vor allem die Bereiche Gastronomie, Altenpflege und Handel. Frauen werden umgeschult, weil sie mit ihren Kindern nicht mehr im Schichtbetrieb arbeiten können. Zur Buga geht es nun darum, 200 zusätzliche Stellen auf dem ersten Arbeitsmarkt zu besetzen. Zusätzlich sollen rund 100 Ein-Euro-Jobs geschaffen werden. Um hier dem möglichen Argument, die Arbeit an Wochenenden wegen fehlender Kinderbetreuung nicht annehmen zu können, begegnen zu können, würde sie das Angebot der Sonderöffnung begrüßen, sagte Iris Warnstedt. Allerdings könne sie zum jetzigen Zeitpunkt keine Zahlen nennen, wie viele Leute das in Anspruch nehmen würden. Nicht abzuschätzen sind auch die Kosten für die Stadt, sagte Kämmerin Petra Jonschkowski. Dennoch folgte die Mehrheit des Ausschusses dem Vorschlag: Fünf stimmten dafür, drei enthielten sich der Stimme. Der Stadtrat beschließt am 12. März darüber.