Kunst und Kultur zu fördern, ist das Anliegen der Kiebitzberg Gruppe nicht erst seit der Eröffnung des ArtHotels. Inzwischen hat sich das Hotel als Kulturstätte einen Namen gemacht und bietet auch in diesem Jahr wieder ein vielfältiges Programm.

Havelberg l Mit dem Kabarettisten Clemens Peter Wachenschwanz und der Buchlesung mit Hellmuth Karasek in ausverkauftem Haus gab es in diesem Jahr bereits zwei Höhepunkte im Kulturprogramm des ArtHotels. Und auch der nächste dürfte viele Leute ansprechen: Literaturkritiker Denis Scheck gastiert am 21. März in Havelberg. Bei dem vergnüglichen Leseabend wird der Kenner neuester Romane und Sachbücher die meistverkauften Bücher der Deutschen unter die Lupe nehmen und scharfe wie originelle Urteile fällen.

Hotelchefin Renate Lewerken schaut seine Sendungen im Fernsehen sehr gern. Und sie ist erfreut, dass es ihr gelingt, Leute mit großem Namen auch in die ländliche Region holen zu können, denn oftmals bleiben sie eher in den großen Städten. Mit Max Moor kommt im Juli ein weiterer aus dem Fernsehen bekannter Mann in die Hansestadt - nach dem Erfolg im vorigen Jahr nun schon zum zweiten Mal. Der TV-Moderator und Bestseller-Autor ist am 17. Juli mit seinem Programm "Als Max noch Dieter war" zu erleben. Am 14. November stellt der durch die "Russendisco" bekannte Wladimir Kaminer sein aktuelles Buch vor.

"Es braucht einige Jahre, bis sich die Konzertreihe etabliert hat."

Am 4. April, dem Ostersamstag, übernehmen Puppen das Zepter im Saal des Hotels. Das Figurentheater GingGanz aus Göttingen ist zu Gast und führt "Don Carlos" auf: Ein rauschendes Sensationsdrama aus dem letzten Jahrhundert, in dem Freud und Leid des Infanteristen Don Carlos, die Intrigen um die spanische Krone und die ach so schweren Probleme vom König Philipp von Spanien eine Rolle spielen - alles echt - in Holz und Pappe.

Am Osterwochenende - in der Zeit blickt die Kiebitzberg Gruppe auch auf ihr 30jähriges Bestehen zurück - wird Kunstfreunden zudem eine Ausstellung geboten. Am Karfreitag findet die Vernissage zur Ausstellung des Künstlerpaares Robert Metzkes und Barbara Putbrese statt. Lebensgroße Menschenbilder, Malerei und Grafik sind zu bewundern. Für musikalische Begleitung ist gesorgt. Mit Festtagskarte und Brunch ist auch die Küche aufs Osterfest eingestellt.

Premiere hatte im vergangenen Jahr das "Dinner in Weiß". mit Elena Kolesnitschenko. Die Pianistin begeistert dieses Mal am 3. Juli mit ihrem Spiel am Piano die Gäste im Konzertsaal. Danach geht es, je nach Wetterlage in Park oder Wintergarten, kulinarisch zu. Dresscode: weiß. Diese Veranstaltung ist Teil der Reihe "Kiebitzberg in Concert". Die klassische Musik hat einen hohen Stellenwert bei Lewerkens. Deshalb geben sie der Reihe Raum im ArtHotel, auch wenn es ein vergleichsweise kleiner Kreis an Zuhörern ist, der die Konzerte besucht.

"Es ist nicht leicht, das durchzuhalten. Wir wissen aber auch, dass es einige Jahre braucht, bis sich diese Reihe beim Publikum etabliert hat", sagt Renate Lewerken. Dabei geht es ihr und ihrem Mann auch immer um die Förderung junger Künstler. Das erste Konzert der Reihe ist für 20. März geplant. Beim Frühlingskonzert erklingen Werke von Boccerini, Beethoven, Bach und Brahms. Es musizieren Konstantin Bruns (Violoncello) und Daniel Seroussi (Klavier).

Teil der Konzertreihe ist auch das Schülerkonzert "Klassik - I like it!", das am 13. Mai kostenlos für Schulklassen stattfinden soll. Im vergangenen Jahr nahmen daran über 300 Schüler teil. Da hier die Fördergeldfrage noch nicht geklärt ist, steht allerdings noch nicht fest, ob es klappt. Am 10. Oktober ist das Panteleev-Duo zu Gast, das Blechbläserquintett "emBrassment" bietet am 6. Dezember ein festliches Konzert in der Vorweihnachtszeit.

Eine weitere Kunstausstellung wird am 10. Juli eröffnet. Friedemann Henschel - Sohn des Havelberger Malers Kurt Henschel - stellt mit seiner Tochter Birke und ihrem Mann Malte Brenkenfeld Keramik, Schmuck und Malerei aus.

"Auf die Bundesgartenschau sind wir super vorbereitet."

Das ArtHotel beteiligt sich auch in diesem Jahr wieder an den Offenen Gärten der Tourismusverbände Altmark und Prignitz. Der japanische Garten wird am 14. Juni und am 19. Juli vorgestellt. Peter Pütz spielt dort auf seiner Shakuhachi-Flöte. Aufgenommen wurde das Hotel als Partnerbetrieb des Biosphärenreservates Mittelelbe, berichtet die Hotelchefin. Umgang mit Energie, Abfall und die Verwendung regionaler Produkte sind unter anderem Kriterien für die Aufnahme.

Auf das Großereignis Buga hat sich das Hotel "super vorbereitet", sagt Renate Lewerken. Es wird zum Beispiel an jedem Wochenende ein Buga-Sonntagsfrühstück geben. Mitarbeiter auf Zeit sind aus Berlin und Spanien verpflichtet worden.