In der Havelberger Kleingartensparte "Am Nußberg" waren am Wochenende zahlreiche Jugendliche im neuentstehenden Garten des Naturschutzbundes Nabu damit beschäftigt, einen großen Weidenflechtzaun zu errichten. Buga-Besucher werden ihn in dem Mustergarten bewundern können.

Havelberg l Die Jugendlichen gehören zur Naturschutzjugend Naju, der Jugendorganisation des Nabu und der größte Jugendumweltverein in Sachsen-Anhalt. "Es sind auch Mitarbeiter des Biosphärenreservats Mittelelbe und des Nabu dabei. Unterstützt werden die freiwilligen Helfer von der Leiterin des Workshops Andrea Mantik, die als Korbflechterin tätig ist und ein Eseltrekking betreibt", so die Referentin für Öffentlichkeitsarbeit der Nabu-Geschäftsstelle Berlin Melanie Konrad. Sie war ebenso wie die Planerin Melanie Weber vom Buga-Zweckverband mit vor Ort, um die Arbeiten zu koordinieren.

"Dem Leben immer und immer noch mehr Würze verleihen."

Die Weiden als Flechtmaterial mussten vor der Verarbeitung gut vorbereitet werden und wurden zum Beispiel angespitzt. "Weide eignet sich hervorragend zum Zaunbau und wird aufgrund seiner Langlebigkeit und Biegsamkeit seit Jahrhunderten als Flechtwerk für den Gartenbau, Hausbau und bei den Korbmachern verwendet", erzählt Andrea Mantik. Bei der Zaunhöhe hatte man sich auf anderthalb Meter geeinigt. Erst wenn alle Weiden ausschlagen, wird die ganze Herrlichkeit des Naturzaunes zu sehen sein.

"Der Weidenzaun ist nur ein Element im Naturgarten, durch den zusätzlich Nistplätze für Vögel geschaffen werden und andere Kleintiere Unterschlupf finden. Er soll aber auch eine Anregung zum Nachbauen und Selbermachen sein, und wir hoffen, dass es Nachfolger geben wird", wünschte sich Melanie Konrad. Die Kräuterspirale im Naturgarten wird noch fertiggestellt, Staudenbeete kommen hinzu, bienenfreundliche Einsaaten und Bepflanzungen sollen den Garten komplettieren. Mit einem halbhohen Weidenzaun wurde auch noch ein weiteres Element im Garten eingefriedet.

Das riesengroße Vogelhaus im Garten wird der Hingucker. Ein Leitsystem und eine Ausstellung im Naturgarten sollen auf zehn Dinge aufmerksam machen, die man im Leben gemacht haben soll. So heißt es zum Beispiel unter Punkt 7 in Bezug auf die Kräuterspirale unter der Überschrift "Dem Leben immer und immer noch mehr Würze verleihen": "Der Bau einer Kräuterspirale ist eine wunderbare Möglichkeit, auf begrenztem Raum ein kleines Paradies zu schaffen. Das steinerne Beet ist eine ökologische Bereicherung für jeden Garten und gleichzeitig ein attraktiver Blickfang. Hier gedeihen duftende und würzende Schätze gleich auf mehreren Etagen. Zuoberst sitzen Sonnenkinder wie Thymian und Lavendel, gefolgt von Estragon und Dill bis hin zu den Feuchtzonenbewohnern wie Minze und Brunnenkresse."

Bei strahlendem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen hatten die jungen Leute viel Spaß in der Gartenanlage und die Arbeit ging gut von der Hand. "Der Nabu ist zur Bundesgartenschau an drei Standorten an der Havel präsent und Havelberg ist der Hauptstandort", verriet Melanie Konrad. Im Gespräch mit der Buga-Planerin Melanie Weber einigte man sich vor Ort auch gleich noch auf die amtliche Bezeichnung des Gartens, denn hier waren mehrere Bezeichnungen vorgeschlagen worden. "Nabu-Naturgarten" heißt er jetzt offiziell. Das wird auch auf dem Schild stehen, das auf dieses Fleckchen im Ausstellungsbereich am Havelberger Dom hinweist.

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