158 Interessierte haben per Stimmzettel entschieden, welche der 18 Entwürfe für die Kunstkarten zum Thema Übergabe des Bernsteinzimmers in Havelberg gedruckt werden. Hinzu kamen noch knapp 20, die auf der Facebookseite der Volksstimme ihre Meinung kundgetan haben.

Havelberg l Ganz klar haben sich die meisten Leser der Volksstimme beziehungsweise Besucher des Rathauses, der Kreissparkasse und der Touristinformation, wo ebenfalls Stimmzettel ausgelegen haben, für die Motive entschieden, die ziemlich eindeutig zeigen, um was es geht: der Austausch der Gastgeschenke zwischen dem russischen Zar Peter I. und dem Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. anlässlich eines Treffens im Jahr 1716 in Havelberg zur antischwedischen Koalition. Der Zar erhielt das Bernsteinzimmer - und eine Yacht, die zur damaligen Zeit viel wertvoller war als das Bernsteinzimmer und von Peter dem Großen wohl auch mehr geschätzt wurde -, der preußische König rund 200 "Lange Kerls" - hochgewachsene Russen - als Soldaten.

Eines der Kunstobjekte zur Bundesgartenschau, für die die Stadt Geld vom Land erhält, ist ein Denkmal zur Erinnerung an dieses Herrschertreffen. Der Künstler Anton Schumann hatte den in der Kunsthochschule Burg Giebichenstein Halle ausgeschriebenen Wettbewerb gewonnen. Seine lebensgroßen Skulpturen, die beide Herrscher im Gespräch darstellen, will er mit Automaten versehen, an denen es die Kunstkarten zu kaufen gibt. Der Erlös soll Basis für weitere Kunstwettbewerbe sein.

Die Auswahl der Karten oblag den Einwohnern der Elb-Havel-Region und ihre Gästen. Beteiligt haben sich auch die Kunstkurse von Annedore Schmidt am Havelberger Gymnasium und die Klasse 7b der Havelberger Sekundarschule. Allen Teilnehmern ein herzliches Dankeschön!

Das erstplatzierte Bild hat inklusive der bei Facebook abgegeben "Likes" 109 Stimmen erhalten, das zweite 103, es gibt zwei Drittplatzierte mit jeweils 100 Stimmen, Platz fünf erhielt 66 Stimmen und Platz sechs 63. Alle 18 Entwürfe hatten Liebhaber gefunden, die geringste Stimmenzahl lag bei zwei Bildern bei 18.

Die Kunstkarten werden demnächst in Druck gegeben, berichtet Anton Schumann. Von jeder werden 10000 Stück gedruckt. Da sie in dem Automatensystem "Turban", das nach einer Vorlage aus den 1930er Jahren nachgebaut wird, in Umschlägen herauskommen, müssen die Karten noch eingetütet werden. Der Guss der beiden Bronzefiguren ist fertig. Die Teile werden zusammengeschweißt und die Automaten eingepasst. "Das ist noch mal eine anspruchsvolle Aufgabe für den Metallbildhauer", sagt Anton Schumann. Vor dem Aufbau der Skulpturen müssen auf dem Domplatz noch die Fundamente gesetzt werden. Zwischen Zar und König gibt es eine Bodenplatte aus Glas und Bronze.

Unter allen Teilnehmern an der Abstimmung hat die Volksstimme kleine Preise verlost. Die Gewinner eines Volksstimme-Maskottchens Vobi sind: Edith Buchholz, Havelberg, Karin Ilefeld, Wust-Fischbeck, Lennie Schmidt, Rehberg, Katrin Gläß, Kamern, und Maximilian Köppe, Nitzow; einer Zeitungsente "Paula Print": Denny Höhn, Havelberg, Nina Schulze, Warnau, Helga Brauer, Havelberg, Lea Gierke, Kamern, und Marion Schulze, Schollene; einer Volksstimme-Kaffeetasse: Elisabeth Schneider, Havelberg, Christiane Gorges, Kamern, Nele Keiper, Schollene, Karin Piotrowski, Havelberg, und Roman Tingel, Sandau. Die Gewinne werden Ihnen zugestellt.