Knapper hätte das Ergebnis nicht sein können: Sieben Klietzer Ratsmitglieder stimmten für die Umstellung des Heizhauses von Öl auf Holzhackschnitzel, sechs dagegen.

Klietz l "Wir diskutieren nun schon so lange, nun müssen wir auch mal einen Beschluss fassen", stimmte Bürgermeister Jürgen Masch auf ein Thema ein, das im Rat kontrovers diskutiert wird. Für ihn ist klar: "Auf lange Zeit haben wir eine Kostenersparnis und erneuerbare Energien werden gefördert." Während sich Günter Bähne als erster Redner kurz fasste und abriet, bei fast drei Millionen Euro Gemeindeschulden nun so viel Geld auszugeben - stattdessen solle man lieber auf Gas umstellen - fand Helmut Lemme emotionalere Worte:

"Wir müssen kleine Brötchen backen. Stattdessen leisten wir uns einen Mercedes."

Helmut Lemme

"Wir wissen doch gar nicht, wie wir die Investition von 270000 Euro überhaupt finanzieren wollen, also können wir doch gar keinen Beschluss dazu fassen. So viel Geld - das ist doch Wahnsinn! Dass etwas an der alten Anlage gemacht werden muss, ist unumstritten. Aber ich halte dezentrale Gasanlagen für am sinnvollsten. Wir sind die höchstverschuldete Gemeinde im Elbe-Havel-Land und müssen kleine Brötchen backen - stattdessen wollen wir uns hier einen Mercedes kaufen." Dem pflichtete Jana Schulz bei: "Jeder Abgeordnete sollte überlegen, wie er privat handeln würde. Wenn man hoch verschuldet ist, kann man sich kein neues Auto kaufen." Das Projekt Holzhackschnitzel sei toll, aber nur, wenn man auch das Geld dafür hat. "Selbst wenn wir Fördermittel kriegen - wo kommen die Eigenmittel her?" Jürgen Masch erklärte, dass es dafür Kredite gibt.

Peter Handrick hielt die Vorlage für nicht beschlussreif. "Ich kann dem doch nicht zustimmen, wenn ich nicht weiß, wie wir das finanzieren. Der Beschluss ist auch nicht vorbesprochen, sondern steht einfach auf der Tagesordnung."

Ein Planungsbüro hatte eine Machbarkeitsstudie erstellt, ob sich der Einsatz von Holzhackschnitzeln lohnen würde. Wenn die Zahl der Abnehmer so bleibt wie bisher, dann ja. Genau das ist für Hermann Paschke das Problem. "Ich bin gar nicht wegen der hohen Investition dagegen. Aber der demografische Wandel macht auch um Klietz keinen Bogen und wir werden weniger Abnehmer haben. Und dann?"

Eberhard Wienmeister erklärte, dass zunächst erst einmal geprüft werde, ob der Haushalt die Investition erlaubt, es sei damit noch nicht beschlossen, dass die Umstellung tatsächlich erfolgt.

Folgender Beschluss stand zur Abstimmung: Der Gemeinderat beschließt, gemäß der Machbarkeitsstudie den Umbau der bestehenden zentralen Wärmeerzeugungsanlagen auf Basis von Biomasse in Form von Holzhackschnitzeln/Holzpellets durchzuführen. Die dazu erforderlichen Finanzierungsmittel in Höhe von 270000 Euro sind nach Klärung der Bereitstellung beziehungsweise Verfügbarkeit im Haushalt 2015 einzustellen. Der Bürgermeister wird ermächtigt, die dazu erforderlichen Abstimmungen zur Finanzierungsbereitstellung und technischen Umsetzbarkeit zu führen."

Ergebnis: Angenommen!