Der erste "Blumenstrauß des Monats" im Jahr 2015 geht an die Havelbergerin Christine Foege. Leiterin der Buchstation, Vorstandsmitglied bei "Kunst im Rathaus" und aktives Mitglied in der Rheumaliga sind nur einige der Gründe für diese Ehrung.

Havelberg l Auch wenn es noch sehr kalt ist in der Buchstation in der Langen Straße 10: Mit drei Hosen und fünf Pullovern zieht sich Christine Foege warm an und hält die Einrichtung des Kulturprojektes Stadtinsel zur Zeit wenigstens an zwei Tagen in der Woche für jeweils zwei Stunden offen. So auch am Donnerstag, als sie mit dem "Blumenstrauß des Monats", den die Volksstimme von März bis Dezember an Ehrenamtliche überreicht, überrascht wurde.

Frieren für die Buchstation

Bärbel Sauer von der Rheumaliga hatte Christine Foege vorgeschlagen und sich Jörg Hanff vom Kulturprojekt Stadtinsel und Lars Kripke, Leiter des Vereins "Kunst im Rathaus", mit ins Boot geholt. Denn in allen drei Vereinen ist die Havelbergerin, die in einigen Wochen ihren 77. Geburtstag feiert, aktiv. "Sie steht mir immer mit Rat und Tat zur Seite, ist sozusagen meine rechte Hand", sagt Lars Kripke. Im Vorstand ist sie als Schriftführerin tätig. Doch kümmert sie sich um weit mehr. Für die Konzerte und Kunstausstellungen im Rathaus sorgt sie für die Dekoration, die Präsente für die Künstler und, auch das gehört dazu, den Sekt für die Besucher.

Dass es den Verein überhaupt noch gibt, ist auch ihr zu verdanken. Der Verein stand kurz vor dem Aus. Einige Interessierte kämpften um den Erhalt. Christine Foege warb Lars Kripke als Vorsitzenden.

Für das Kulturprojekt Stadtinsel würdigte Jörg Hanff die Leistungen der Geehrten. Viel Herzblut steckt sie in die Buchstation, die sie vor drei Jahren mit aufgebaut hat. "Ich kann die Buchstation nicht hinschmeißen. Hier steckt so viel Arbeit und ehrenamtliche Initiative drin", hatte sie im November vorigen Jahres im Gespräch mit der Volksstimme erklärt. Da war der Verein finanziell ins Straucheln geraten. Eine riesige Summe an Heizkosten für die Buchstation musste bezahlt werden.

Inzwischen sind die Schulden beglichen, das Finanzpolster für zur Buga gedachte Angebote jedoch aufgebraucht. "Wir sind auf Spenden angewiesen", sagt Christine Foege und berichtet zum Beispiel von Manfred Wolf, der einen Gasheizer spendiert hat. "Doch auch das Gas will bezahlt werden." Die Galerie Lange Straße 1 musste aufgegeben werden, die in der Nummer 36 soll in der Buga-Zeit von Künstlern, die auf dem Hof und im Atelier der Buchstation arbeiten wollen, gestaltet werden.

Ihre Liebe zur Buchstation, in der rund 3000 Bücher sowie Hörbücher, CDs, Schallplatten, Videos und DVDs sortiert zur Auswahl stehen, lässt sie durchhalten, auch bei winterlicher Kälte in den Räumen. Dass es nun keine Bürgerarbeiter mehr gibt, ist bitter.

Doch Christine Foege weiß sechs ehrenamtliche Helfer startbereit, die zur Buga für regelmäßige Öffnungszeiten sorgen werden. Damit Besucher aufmerksam werden, sammelt sie schon Klappstühle für die Präsentation von gärtnerischer Literatur im Freien. Im Moment ist sie dabei, Regale neu anzuordnen. Beim Umsetzen hilft ihr Bruno Schmidt. Dafür, dass es gemütlich ist an den Tischen mit den hübschen farbigen Stühlen, sorgen frische Blumen. Ihr Mann Wolfgang hat gerade neue geholt. "Bei der Kälte halten sie aber wenigstens lange."

Sie würde sich freuen, wenn es doch wieder mehr Unterstützung für den Verein geben würde. "Wir machen das hier ja nicht für uns. Ein Sportler geht in seinem Verein seinem Hobby nach. Wir sind 2011 mit Buchstation, Galerien, Schaufenstergestaltung und Buchlesungen angetreten, um die Stadtinsel für die Einwohner und die Gäste zu beleben."

Manche Buchlesung hat sie selbst gestaltet. Auch den Adventskalender unterstützt sie. Ihr Faible für Kunst und Kultur kommt auch der Rheumaliga zugute, wenn es um die Ausgestaltung der kreativen Nachmittage geht, lobt Bärbel Sauer. Und nicht zu vergessen: In der Havelberger Liedertafel singt sie mit. "Da bin ich aber nur Mitglied", sagt Christine Foege.