Den Beschluss über den Entwurf zur Ergänzung des regionalen Entwicklungsplanes Altmark einfach so "durchzuwinken", kommt für den Klietzer Rat nicht in Frage.

Klietz l "Dem können wir nicht so ohne Weiteres zustimmen", begann Jörg Pürner die Diskussion auf der Ratssitzung am Donnerstagabend. In der Stellungnahme, um die alle Gemeinden der Altmark gebeten werden, sind lediglich Havelberg und Schönhausen als Grundzentrum ausgewiesen. "Warum Klietz nicht?" fragen die Abgeordneten. Die für diesen Status geforderten 3000 Einwohner könne schließlich auch Schönhausen nicht aufweisen. "Und wir haben mit Schule, Kindergarten, Ärztehaus, Feuerwehr und und und... auch viel zu bieten. Noch dazu sind wir im Elbe-Havel-Land am zentralsten gelegen."

Der Status Grundzentrum ist auch deshalb so entscheidend, weil es einfacher ist, Fördermittel und Kredite zu bekommen.

Jörg Pürner schlug vor, dass sich jede Fraktion intensiv mit dem Entwurf des Entwicklungsplanes auseinandersetzt und Vorschläge unterbreitet, was in die Stellungnahme eingearbeitet werden muss.

Günter Bähne bekräftigte das Ansinnen der Klietzer. Seine Meinung: "Es besteht die große Gefahr, dass Schönhausen endgültig versucht, uns zu überrollen. Wir müssen auf der Hut sein und aufzeigen, was wir zu bieten haben."

Das große Plus von Klietz sieht Eberhard Wienmeister in der Erreichbarkeit. Denn mit dem Bus ist man aus fast allen Orten in 15 Minuten vor Ort.

Uwe Brendel ist realistisch und befürchtet, nicht so gute Karten zu haben, wenn es um das Grundzentrum geht. Denn nicht nur die Einwohnerzahl wird nicht erreicht, sondern es fehlen auch solche wichtigen Institutionen wie Apotheke und Tankstelle, außerdem gibt es kein Gewerbegebiet. "Aber trotzdem sollten wir es versuchen."

Hermann Paschke regte an, dass sich der Hauptausschuss zusammensetzt und ganz konkret zusammenträgt, was in der Stellungnahme stehen soll. Man einigte sich darauf, am 31. März zusammenzutreten und sich ausschließlich diesem Thema zu widmen. Denn die Stellungnahme muss bereits bis Mitte April eingereicht sein.

Keine kurzfristige Lösung für Busse durch Neuermark

War sich der Rat in diesem Punkt einig, so gingen die Meinungen beim nächsten Thema wieder auseinander. Denn Helmut Lemme fragte nach, ob es Beschwerden wegen des schlechten Zustandes der Straße durch Neuermark-Lübars, besonders eines rund 150 Meter langen Teils vor der ehemaligen "Einheit", gab. Das bestätigte Bürgermeister Jürgen Masch. Er hatte im Neujahrsinterview mit der Volksstimme erklärt, dass er sich vorstellen könnte, an der Stelle der ehemaligen Schweineställe eine Buswendeschleife einzurichten. Dann müssten die vielen Busse nicht mehr durch das ganze Dorf poltern.

Das allerdings kritisierte Helmut Lemme. Denn so wäre zwar ein Teil des Dorfes (Lübars) entlastet, der andere dafür aber doppelt belastet. "Wenn Buswendeschleife, dann vorn am Bahnhof."

Uwe Brendel meinte, dass man die Dorfbewohner dazu befragen sollte. "Ob die Schulkinder und die älteren Bewohner den Weg bis zum alten Bahnhof gehen wollen?" fragte er zweifelnd.

Ein Ausbau der Ortsdurchfahrt ist finanziell für die Gemeinde nicht zu stemmen. Das Ausbessern des schlimmsten Abschnittes wäre auch eine Möglichkeit. Sämtliche Busse - die Schulbusse und die stündlich zwischen Glöwen und Stendal verkehrenden Busse - poltern über die Kopfsteinpflasterstraße, deren Zustand zunehmend schlechter wird. Kurzfristig lasse sich keine Lösung finden. Sowohl Buswendeschleife als auch Ausbesserung kosten Geld, das die Gemeinde nicht hat. Zunächst müssen auch erst einmal alle Flutschäden behoben werden.