Am und im Haus der Flüsse sind die Bauleute der verschiedenen Gewerke weiterhin eifrig am Wirken, damit das Infozentrum pünktlich zur Bundesgartenschau die ersten Besucher empfangen kann. Fertig ist die Fassade aus dem langlebigen Holz der Sibirischen Lärche.

Havelberg l Vom Äußeren her hat das Haus der Flüsse in den vergangenen Wochen immer mehr Gestalt angenommen. Seine Kubatur soll an ein Treibholz erinnern, das an Land gestrandet ist. Das Biosphärenreservat Mittelelbe schafft nicht nur ein Informationszentrum über die Flusslandschaften Elbe und Havel, über die Havelrenaturierung und über das Schutzgebietssystem Natura 2000, sondern setzt auch städtebaulich einen Achtungspunkt. Dort, wo lange Zeit das alte Baustoffwerk als Industriebrache direkt an der Havel und gegenüber der Altstadt einen nicht wirklich schönen Blick bot, gibt es jetzt einen Hingucker, der auch architektonisch etwas Besonderes ist.

Dafür gesorgt hat Architekt Christian Däschler aus Halle. Er sieht das Haus, das jetzt als einziges in der Elbstraße am Havelufer steht, als Brückenschlag vom Gebäude zur Stadt und von der Stadt zum Gebäude. Die Steganlage, von der die Besucher auf die im Rahmen der Havelrenaturierung neu entstandene "Petroleuminsel" blicken können, ist als Fingerzeig zur Altstadt hin gedacht.

Der Fachmann spricht von städtebaulicher Setzung. Auf dem Brachland gibt es keine Bauflanke oder Hügel, an die sich das Gebäude anlehnen kann. Es steht wie zufällig da - eben wie ein riesiges Stück Treibholz. Unterstrichen wird das Ganze durch die Gestaltung der Fassade. Die Biosphärenreservatsverwaltung will mit dem Haus naturnahes Bauen im Einklang von geringem Energieverbrauch zeigen. Das Holz der Sibirischen Lärche ist in unterschiedlichen Breiten aufgebracht. Nach unten hin fächern die Bretter auf - wie die Borsten eines Besens, den man auf den Boden drückt, beschreibt der Architekt. Das Haus setzt sich. Das Holz kommt unbehandelt zum Einsatz, weder Farbe noch Lack sind erforderlich. Die Farbe des Holzes, die jetzt je nach Sonneneinstrahlung ganz unterschiedlich wirkt, wird sich über die Jahre ändern, grau werden. Versilbern, nennt es Christian Däschler.

Vergangene Woche wurde die Rüstung für den Fassadenbau zurückgebaut. Die ersten Glasteile sind eingesetzt. Die großen Panoramafenster werden per Kran eingehoben, erzählt Projektleiter Armin Wernicke von der Biosphärenreservatsverwaltung. Im Innern wird der Fußboden geschliffen und alles für den Einbau der multimedialen Ausstellung vorbereitet. An dieser wird, parallel zu den Bauarbeiten, in München gefeilt. Und auch im Außenbereich sind etliche Bauleute aktiv. Der Wasserspielplatz mit Wasserspender und Staumöglichkeiten nimmt immer weiter Form an. Die Eingangsbereiche von der Elbstraße aus und, zusätzlich mit aufgenommen, direkt vom Buga-Parkplatz werden gestaltet. Bis in die Abendstunden und auch an den Wochenenden wird gearbeitet, damit das Haus zur Buga fertig wird.

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