So gut wie komplett ist der von Neuschollene nach Havelberg führende Teil des Havelradweges. Simone Tandeck vom Landkreis sagte jetzt schon mal allen Beteiligten Dankeschön.

Molkenberg l "Wir brauchen einen Radweg!" - Dieses Plakat, von einem Schollener Grundschüler im Jahre 2008 gemalt, hing über Jahre bei Simone Tandeck im Büro. Sie ist im Landratsamt Stendal zuständig für die überregionalen Radwege, wozu neben dem deutschlandweit beliebten Elberadweg auch der Havelradweg zählt.

Inzwischen ist dieser Radweg im Landkreis Stendal fast komplett, das jüngste Stück wurde kürzlich zwischen Molkenberg und Schollene fertig. Simone Tandeck nutzte jetzt das freudige Ereignis, um in Molkenberg allen am Bau Beteiligten schon mal vorab Dankeschön zu sagen.

Eingeladen hatte sie die Landesstraßenbaubehörde, von dieser war der Leiter des Nordbereiches Manfred Krüger erschienen, das Amt für Landwirtschaft und Forsten - vertreten durch Sachgebietsleiterin Martina Denck - sowie die Bauämter aus Havelberg und Sandau und die Tourismusmanagerinnen der Kommunen Marina Heinrich und Jenny Freier.

Eigentlich sollte der Radweg laut Plan bereits komplett fertig sein, doch machte die Witterung den Bauarbeitern einen Strich durch die Rechnung: Zwischen Molkenberg und Rehberg gibt es an zwei Stellen Probleme mit dem vernässten Baugrund, weshalb hier noch keine Betonspurbahnen aufgebracht werden können. Zum Start der Buga wird die Befahrbarkeit des Weges durch das Auftragen von Schotter gewährleistet. Ist der Boden endlich trocken, wird betoniert - vorher würden die Platten beim Befahren mit Traktoren brechen.

"Bereits seit 2008 wird konzeptionell an diesem Radweg gearbeitet", blickte Simone Tandeck zurück. Kurz nach Fertigstellung der Trasse im Havelwinkel musste diese wegen der Flutkatastrophe im Sommer 2013 wieder aufgerissen werden. Neben den drei Ministerien aus Sachsen-Anhalt mussten auch die Kollegen im Brandenburgischen mit ins Boot geholt werden, denn hinter Molkenberg frequentiert der Weg deren Gebiet.

"Dieser Bau war keine einfache Sache", dankte auch Schollenes Bürgermeister Armin Wernicke allen Beteiligten. Sein Dank geht aber auch an all jene Grundstückseigentümer, welche ihre Flächen für den Bau der Trasse zur Verfügung gestellt hatten. Vor allem die neue Ortsdurchfahrt in Molkenberg, die so eigentlich gar nicht geplant gewesen war, sei toll geworden.

"Der Havelradweg wird hier bereits recht gut angenommen und ist für unsere Orte eine enorme Aufwertung - auch nach der Buga", freute sich Armin Wernicke. Und hofft, dass es in Kürze noch eine Einweihungsparty für den kompletten Weg geben wird, vielleicht könnte man sich an der Grenze zur Einheitsgemeinde Havelberg treffen.

Museumshof in Klietz ist Ziel am Elberadeltag

Simone Tandeck informierte die Gruppe über anstehende Termine für alle Radelfreunde - zu denen übrigens auch Manfred Krüger gehört. So wird am 3. Mai der Elberadeltag stattfinden, diesmal ist der Museumshof in Klietz das Ziel der Sternfahrer in der Region. Weil auch in Havelberg und Büttnershof große Veranstaltungen stattfinden, wird das Fest in Klietz etwas kleiner als gewohnt ausfallen. Tags darauf besucht eine Delegation aus Tschechien den Landkreis, geplant sind natürlich auch Abstecher zur Buga nach Havelberg - selbstverständlich auf dem Fahrrad.

Vor allem in Schollene hat es seit Jahren Forderungen gegeben, Radwege nach Molkenberg und Neuschollene zu bauen, denn auf der engen und teils unübersichtlichen Landstraße war das Radeln arg gefährlich. Doch hatte über Jahre kein Weg dorthin geführt, die Verkehrsdichte war zu gering.

Die in Kürze beginnende Buga bewirkte dann doch noch das schier Unmögliche: In Zusammenarbeit mit drei Landesministerien wurde ein Finanzierungskonzept für die über 30 Kilometer lange Trasse von der Landesgrenze am Neuschollener Weißen Berg bis hoch nach Havelberg gestrickt. Dazu wurde die Trasse in 27 Bauabschnitte unterteilt.