Nitzow l Die Nitzower Einwohner haben eine deutliche Sprache gesprochen. "Von den 250 verteilten Stimmzetteln für die Bürgerbefragung zum Standort des neu zu schaffenden Spielplatzes sind 106 ausgefüllt und dem Ortschaftsrat zugestellt worden", berichtete Ortsbürgermeister Karsten Grey auf der Sitzung des Ortschaftsrates in dieser Woche. "Das ist eine erfreulich große Beteiligung von immerhin 42,4 Prozent", schätzte er ein, die zeige, dass den Nitzowern das Wohl der Kinder der Ortschaft sehr am Herzen liege.

77 der Befragten haben sich für den Standort hinter der Kirche entschieden, also für die Fläche, die auch in der Vergangenheit schon den Spielplatz beherbergte. 29 Bürger favorisierten den Platz vor dem Jugendklub als künftigen Standort. Damit ist der Bürgerwille recht eindeutig ausgefallen. "Eine ganze Reihe von Nitzowern hat sich bei der Befragung auch gleich noch Gedanken um die Sicherheit der Kinder gemacht", hob Karsten Grey hervor. So sei auf einigen Fragebögen zum Beispiel vermerkt worden, dass im Fall der Errichtung des Spielplatzes am Jugendklub über die Schaffung eines Fußgängerüberweges über die Landesstraße beziehungsweise über die Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit in diesem Bereich nachgedacht werden müsse.

Da die Abgabefrist für die Fragebögen der Bürgerbefragung erst am 15. März endete, lag zur Ortschaftsratssitzung in dieser Woche noch keine Beschlussvorlage für den Spielplatzstandort vor. "Den Beschluss darüber werden wir dann auf unserer nächsten Ortschaftsratssitzung fassen", kündigte Karsten Grey an.

Der Kostenpunkt für den neuen Spielplatz liegt übrigens bei 12000 Euro, ohne Montage der Geräte - also wenn die Nitzower diese selbst übernehmen - wären 9600 Euro fällig. Aufgrund der Einsparung plädierte André Neumann dafür, den Aufbau des Parcours in Eigenregie auszuführen. Bislang reichen die vorhandenen Gelder - einschließlich der zahlreichen Spenden - für die Investition allerdings noch nicht aus. Weitere Spenden sind deshalb gern gesehen.

Die Diskussion im Ortschaftsrat machte auch deutlich, dass ein gemeinnütziger Verein - ein Heimatverein, ein Verein für Nitzow oder welchen Namen er auch immer führen soll - im Dorf fehlt, der sich per Satzung dieser und anderer wichtiger Dinge, die der Ortsentwicklung förderlich sind, annehmen kann. Die Empfehlung der Ortschaftsräte: An anderer Stelle als im Rat sollte dieses Thema demnächst noch einmal auf die Tagesordnung gesetzt und in dessen Ergebnis möglichst ein gemeinnütziger Verein gegründet werden.

Zuwendungen für örtliche Vereine

Ein anderer Tagesordnungspunkt der Ortschaftsratssitzung beschäftigte sich mit der Vergabe der für die Ortschaft im Jahr 2015 zur Verfügung stehenden kulturellen Mittel. Diese sollen so ausgegeben werden, dass sie den Einwohnern im Dorf in irgendeiner Weise zugute kommen. Pro Einwohner stellt die Stadt Havelberg für diesen Zweck jeweils zehn Euro bereit. Für das laufende Jahr erhält Nitzow danach 4520 Euro.

Wie schon in den vergangenen Jahren wurden bei der Vergabe dieser Mittel zuallererst die örtlichen Vereine bedacht. Per Beschluss des Ortschaftsrates erhalten die Volkssolidarität und der Förderverein der Feuerwehr jeweils 300 Euro aus diesem Fonds. Der Anglerverein des DAV, der Kleintierzüchterverein und der Schützenverein können sich über eine Zuwendung von jeweils 200 Euro freuen. Die restlichen 3300 Euro verwaltet der Ortschaftsrat. Sie sollen für Feste, Bootskorso etc. verwendet werden.