Der rund 150 Jahre alte Pavillon im Garten der früheren Bredowschen Domkurie in der Domherrnstraße 8 steht wieder an seinem anvertrauten Platz. Mit seiner offiziellen Wiedereinweihung am Sonntagnachmittag wurde dem historischen Zeitzeugen neues Leben eingehaucht.

Havelberg l "Wir möchten ihn jetzt erst einmal zum Teetrinken nutzen", sagte Ute Schröter, Vorsitzende des Vereins "denkMal und Leben", zur Wiedereröffnung bei herrlichem Sonnenschein im Garten der Domkurie 8 (D8). Aber sie wünscht sich auch noch eine andere schöne Nutzung - "als Außenstelle des Havelberger Standesamtes". Mit einem entsprechenden Vorschlag habe sie sich bereits an das Standesamt gewandt, berichtete sie.

500 Stunden Arbeit stecken in dem Häuschen

Der Pavillon, der von Hagen Siedler aus Schönhausen in rund 500 Stunden mühevoller Kleinarbeit restauriert worden war - "er entspricht jetzt wieder dem Original vor etwa 150 Jahren", wie der Handwerker versicherte - ist bereits 2014 abgebaut worden. In der Schönhauser Werkstatt erfolgte dann die Aufarbeitung des historischen Zeitzeugen, wobei versucht wurde, so viel wie möglich von der alten Holzsubstanz zu erhalten. Mit etwa 90 Prozent ist das auch gut gelungen. Einen weiteren Schwerpunkt bildeten die Fenster, die unter anderem wieder mit den originalen Beschlägen versehen wurden. Zum größten Teil ist auch das alte Glas erhalten und neu eingesetzt worden.

Das Pavillon-Projekt kostete aber nicht nur den Restaurator Schweiß und Mühe, sondern auch den Verein "denkMal und Leben", der unentwegt nach Fördertöpfen dafür Ausschau hielt. Trotz unentwegter Suche ist es ihm noch nicht ganz gelungen, sämtliche Kosten für die Restauration aufzubringen. Einige tausend Euro fehlen dafür noch.

Bürgermeister Bernd Poloski freute sich, dass auf dem Gelände der D8 in den letzten Jahren so vieles geschaffen worden ist. Er erinnerte daran, dass die Domkurie abgerissen worden wäre, wenn sich Ute Schröter und einige andere engagierte Leute nicht so tüchtig für deren Erhalt und Sanierung ins Zeug gelegt hätten. "Hier, hinter dem Haus, zeigte sich alles verwildert und zugewuchert, bis hin zur ehemaligen Fleischerei an der Lindenstraße." Wenn er dieses gesamte Areal mit seinen unterschiedlich gestalteten, gepflegten Gartenanlagen heute betrachte, komme er aus dem Staunen nicht mehr heraus, meinte der Bürgermeister. "Das ist ein ungeheurer Zugewinn und ein wunderbarer zusätzlicher Beitrag für die Bundesgartenschau hier am Standort Havelberg." Sehr schön sei es, dass sich nicht nur Buga-Besucher daran erfreuen könnten, sondern dass es sich um eine offene Gartenanlage handele, in der sich auch die Havelberger umschauen und erholen könnten.

Dann wurde das Stadtoberhaupt gebeten, mit dem symbolischen Durchschneiden des Bandes den Gartenpavillon wiederzueröffnen. Zum gemeinsamen Anstoßen darauf hatte sich Ute Schröter etwas Besonderes ausgedacht. Sie prostete mit den Besuchern nicht mit Sekt, sondern mit Tee auf den schönen Pavillon an.

 

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