Trotz Lehrerstreiks im Land mussten gestern in Havelberg fast alle Schüler die Schulbank drücken. Nur die Förderschule "Am Lindenweg" bildete die Ausnahme.

Havelberg l "Wir streiken" macht am Dienstag ein Schild auf einer Bank am Haupteingang auf die besondere Situation in der Förderschule aufmerksam. "Einige Lehrer und pädagogische Mitarbeiter sichern die Betreuung all der Kinder und Jugendlichen, die heute zur Schule gekommen sind, ab", erklärt Schulleiterin Petra Heidrich, die das ebenfalls mit übernommen hat. "Und zwar von der Ankunft in der Schule an bis zur Abholung am Nachmittag." Langeweile kommt dabei nicht auf. Denn es gibt musikalische, sportliche und Bastelangebote und zusätzlich Entspannungsübungen für die Schüler. Diese haben ihren Spaß daran und absolut nichts dagegen, wenn jeder Schultag so ablaufen würde.

Krankenstand bereitet größere Sorgen

Unterricht nach Stundenplan wurde gestern an allen anderen Havelberger Schulen abgehalten. "Wie am MIttwoch vor zwei Wochen, wo sich drei Pädagogen am Streik beteiligten, haben sich auch heute wieder zwei Lehrkräfte dem Arbeitskampf angeschlossen", war vom Schulfachlichen Koordinator des gymnasialen Teils im Havelberger Schulzentrum, Volker Woltersdorf, zu erfahren. Und: "Wir unterstützen sie dabei", machte er deutlich.

Ihre Abwesenheit hätte gestern eigentlich auch gar kein großes Problem dargestellt, wenn nicht auch noch fünf weitere Lehrkräfte auf Grund von Krankheit gefehlt hätten. Die verbliebenen konnten so den Unterricht in den Klassenstufen 5 bis 12 trotz ausgehängtem langen Vertretungsplan nicht zu hundert Prozent planmäßig absichern. In einigen Klassen gab es Ausfallstunden. Aber eben keinen Komplettausfall. "In solch schwierigen personellen Situationen suchen wir immer nach einem guten Mittelweg", bekräftigte der Schulfachliche Koordinator. "Den Unterricht so gut wie möglich stattfinden zu lassen, hat dabei Priorität."

Unterricht nach Stundenplan

In der ebenfalls im Schulzentrum ansässigen Sekundarschule "Am Weinberg" waren gestern alle Lehrkräfte zum Dienst erschienen, ebenso alle Schüler. "Von den Erkrankten natürlich einmal abgesehen, von denen es auch bei uns eine ganze Reihe gibt", berichtete Schulleiterin Kerstin Meinschien auf Nachfrage. Somit konnte der Unterricht uneingeschränkt stattfinden - wenn auch mit so manchem Vertretungslehrer. Vor zwei Wochen dagegen hatte sich fast das gesamte Lehrerkollegium am Warnstreik beteiligt - mit der Folge, dass auch fast alle Schüler zu Hause blieben. Die wenigen, die dennoch gekommen waren, wurden in der Schule betreut.

Ein Schultag, wie jeder andere

Auch an der Grundschule "Am Eichenwald" lief gestern alles in geordneten Bahnen. "Es ist ein Unterrichtstag wie jeder andere. Mit allen gesunden Lehrern und Schülern", versicherte Schulleiter Lothar Riemann.