Sandau (ifr) l Große Freude herrschte unter den Mitgliedern des Fördervereins der Sandauer Kirche am Montag: In der Glockenstube wurde der Förderbescheid der Ostdeutschen Sparkassenstiftung für die Sanierung der großen Glocke übergeben.

"Als kurz vor dem Ende des Weltkrieges die Sandauer Kirche unter dem Beschuss ihre Stimme verlor, mag das unterschiedliche Empfindungen ausgelöst haben, 70 Jahre später wird sie wieder vollständig erklingen", begründete Patricia Werner von der Stiftung, weshalb diese die Sanierung mit einer Spende unterstützte.

Mit dabei war auch der neue Vorstandvorsitzende der Kreissparkasse Stendal, welche den Kirchturmbau bereits 2010 und 2013 unterstützt hatte. "Wir wollen aber auch bei der Glockenrestaurierung nicht abseits stehen", meinte Jörg Achereiner. Es sei eine tolle Leistung, was Förderverein und Kirchgemeinde seit 1998 auf die Beine gestellt hätten.

Die Glocke trifft heute wieder in ihrer Heimat ein, vorerst wird sie in Havelberg bei der Baufirma HTI zwischengelagert. Denn der aus Bayern kommende Tieflader kann schlecht an die Kirche in Sandau heranfahren.

Im dortigen Nördlingen war die Krone auf die 2200 Kilogramm schwere Bronzeglocke aufgeschweißt worden. Die urspüngliche Krone - an dieser hängt die Glocke - war beim Sturz vom Turm im April 1945 abgebrochen. Die barocke Krone nach historischem Vorbild wurde nun an einem anderen Ort gegossen und dann angeschweißt. Zudem wurde der Klöppelanschlag aufgeschweißt, damit der Ton wieder mit der anderen Glocke harmoniert.

Zusammen mit Transport und Aufhängung kostet die Sanierung der Glocke um die 30000 Euro.