Mit 22 Türen hat sich der Schönhauser Park "verwandelt". Die LandArt-Ausstellung des Projektes "Kunst für Demokratie" ist sehenswert und zeigt, wie kreativ die Mitwirkenden sind.

Schönhausen l Zylinder, Basecap, Notenschlüssel - unverkennbar handelt es sich um eine Tür des Schönhauser Chores, der damit einen Beitrag zu "Kunst öffnet Türen" geleistet hat. Auch die Landfrauen, der SV Preußen, die Bibliothekarinnen, die Grundschule, die Jugendklubs aus Schönhausen, Hohengöhren und Stendal, die örtliche Jugendwehr, die Jusos aus Stendal, die Partei Die Linke, die hiesige Volkssolidarität und Jörg Hellmuth als Vorsitzender der Wuster Sommerschule haben sich Mühe beim Gestalten von alten Türen gegeben.

Dafür zollte Kultusstaatssekretär Jan Hofmann in seiner Rede zur Eröffnung der LandArt-Ausstellung "Dank, Respekt und Anerkennung für dieses demokratische Engagement mit dem Schönhausen zeigt, dass er ein bunter, toleranter und kreativer Ort ist". Denn leider sei Schönhausen nicht nur "ein Ort der Erinnerung an Otto von Bismarck, sondern auch Ziel rechter Kräfte". So auch am kommenden Sonnabend. Parallel zu dieser Veranstaltung gibt es ein Buntes Fest des Bündnisses für Demokratie und Weltoffenheit. Weil Bismarcks Geburtstag auch in den zurückliegenden Jahren Anlass solcher Treffen war, ist die Initiative "Kunst für Demokratie" mit den Park-Verwandlungen entstanden. Den Auftakt hatte 2009 ein Bürgerfest gebildet, seit 2010 gibt es die Park-Verwandlungen Anfang April. Dafür ist die Otto-von-Bismarck-Stiftung als Initiator im vergangenen Jahr Preisträger des bundesweiten Wettbewerbs "Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen" 2013/14 gewesen. Der Wettbewerb beruht auf einer Initiative der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft unter dem Titel "Deutschland - Land der Ideen". Gewürdigt werden damit Projekte, die richtungsweisend für die Städte und Gemeinden von morgen sind.

"Kunst für Demokratie" ist ein Projekt gegen rechtsextremistische Vereinnahmungsversuche des Bismarckschen Geburtsortes. "Kunst als Mittel zivilgesellschaftlichen Engagements - die Idee stammt von der Otto-von-Bismarck-Stiftung Schönhausen: Im gemeinsamen künstlerischen Handeln soll begreiflich werden, dass niemand anderes als wir selbst es sind, die die Umwelt gestalten, und dass wir manchmal mit dieser Gestaltung auf ganz einfache Weise vergleichsweise große Effekte erzielen können", erklärte Stiftungsleiterin Dr. Andrea Hopp. "Begreiflich soll mit ,Kunst für Demokratie` zugleich gemacht werden, dass auch niemand anderes als wir selbst Verantwortung tragen für den öffentlichen Raum, der uns umgibt, für seine Schönheit und Lebensfähigkeit, für seine Gestaltung oder seine Verunstaltung. Städte und Dörfer mitsamt ihren öffentlichen Plätzen unterliegen nicht nur Veränderungen, durch Erneuerungen beispielsweise, sondern auch Gefahren - und deswegen bedürfen sie allen voran der Aufmerksamkeit der Menschen, die in ihnen leben und diese Verantwortung übernehmen." Für die kommenden Jahre will die Stiftung die Organisation des Projektes in die Hände der Gemeinde/Verbandsgemeinde legen, "unsere Unterstützung sei Ihnen gewiss", richtete sich Dr. Andrea Hopp an die anwesenden Ausstellungsbesucher.

Die bunten Türen bleiben noch bis nach Ostern im Park stehen.

   

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