Das Prignitz-Museum in Havelberg zeigt sich zur Eröffnung der Bundesgartenschau teilweise mit neuem Antlitz. Der Eingangsbereich wurde erneuert, eine Rampe überbrückt die Stufen in den Kreuzgang. Personell wird aufgestockt, um die erwarteten Besucherströme zu bewältigen.

Havelberg l Die Zahl der 8009 Besucher im vorigen Jahr im Prignitz-Museum sollte in diesem Jahr zu toppen sein. Denn die Einrichtung in der früheren Klosteranlage am Dom liegt mitten im Ausstellungsbereich der Bundesgartenschau. In Vorbereitung darauf fanden in den vergangenen Monaten Bauarbeiten statt. Unter anderem wurden die Fenster im Westflügel erneuert, der Eingangsbereich mit einer Glaswand neu gestaltet, ein neuer Tresen eingebaut und eine Rampe gesetzt, die den barrierefreien Übergang vom Westflügel zum Kreuzgang ermöglicht. Seit Oktober ist das Museum, das eine Einrichtung des Landkreises Stendal ist, deshalb geschlossen. Zur Buga wird es wieder eröffnet.

"Der Landkreis ist sich bewusst, dass das Museum ein Aushängeschild zur Buga in Havelberg ist. Verschiedene Ämter haben im Vorfeld beraten, wie wir uns darauf vorbereiten", sagt Ulrike Bergmann, Leiterin des Schulverwaltungs- und Kulturamtes. "Wir wollen als Museum präsent sein und orientieren uns an den Öffnungszeiten der Buga." Montags bis sonntags sind Besucher ab 10 Uhr willkommen, abends schließt das Museum um 18 beziehungsweise 19 Uhr. Diese Öffnungszeiten über 177 Tage abzusichern, ist eine Riesenherausforderung. Das Personalkonzept steht. Neben Mitarbeitern des Museums und der Kreisverwaltung werden auch Leute über die Arbeitsagentur beschäftigt. Zum Teil wurden Kollegen gefragt, die sich im Vorruhestand befinden. "Sie freuen sich schon darauf, uns unterstützen zu können", berichtet Ulrike Bergmann.

Personal wird zum Beispiel benötigt im Empfangs- und Tresenbereich, zur Absicherung der 900 Quadratmeter umfassenden Ausstellungsfläche und zur Begleitung der Besucher im Aufzug.

Mitra wird Höhepunkt in der Schau zu sakraler Kunst

Alle Mitarbeiter kennen ihre Aufgaben, wurden entsprechend geschult. Ähnlich wie in der Stadtkirche dürfen sich laut Sicherheitskonzept jeweils 200 Besucher zeitgleich im Museum aufhalten.

Führungen durch die Ausstellungen zur Stadt-, Siedlungs- und Dombaugeschichte wird es während der Buga-Zeit nur eingeschränkt geben. Doch sind die Exponate sehr gut beschriftet, so dass die Besucher sich allein alles Wichtige erschließen können. Im Rahmen des Grünen Klassenzimmers der Buga bieten Museumsmitarbeiter an fünf Tagen zehn Veranstaltungen an, berichtet der Leiter der Museen des Landkreises Frank Hoche.

Im Kreuzgang wird die gewohnte Ausstellung zur Dombaugeschichte eingeschränkt sein. Allein wegen der Rampe, die schon einiges an Platz gibt. Im Ostflügel, der sonst den Sonderausstellungen vorbehalten ist, wird es deshalb eine Schau zu sakraler Kunst geben mit Objekten aus den anderen Abteilungen. Höhepunkt ist die mittelalterliche Mitra, die Kopfbedeckung der Havelberger Bischöfe aus der Zeit um 1400. Die normalerweise in der Sammlung des brandenburgischen Domes aufbewahrte Bischofsmütze, die der Evangelischen Kirchengemeinde Havelberg gehört, wird dafür in die Hansestadt geholt.

Im Blick haben die Museumsmitarbeiter auch die Zeit nach der Buga. Ende Oktober wollen sie anlässlich des 111. Geburtstages des Museums die Ausstellung "Die Havel von Brandenburg bis Havelberg" präsentieren, die über Flora und Fauna informiert.