Schönhausen (asr) l Viele Geburtstagsgäste waren am Dienstagabend in die Schönhauser Kirche gekommen, um sich an den vor 200 Jahren geborenen Otto von Bismarck zu erinnern. Zu ihnen zählten Lothar de Maizière als letzter DDR-Ministerpräsident, Hartmut Perschau als früherer sachsen-anhaltischer Innenminister, Superintendent Michael Kleemann, Landrat Carsten Wulfänger sowie Boje Schmuhl als ehemaliger Direktor der Stiftung Schlösser und Dome und Konrad Breitenborn als Präsident des Landesheimatbundes, die zusammen mit dem damaligen Bürgermeister Norbert Tanne maßgeblichen Anteil an der Schaffung des Bismarck-Museums in Schönhausen hatten. Auch Mitglieder der Familie von Bismarck, u.a. Irina von Bismarck, deren Mann Alexander zeitgleich beim Festakt des Bundesstiftung in Berlin weilte, waren anwesend.

Prädikant Thomas Roloff, der nach der Begrüßung durch Pfarrer Ralf Euker den Gottesdienst führte, blickte zurück auf das Leben des berühmtesten Politikers des 19. Jahrhunderts, der Deutschland einigte, Wahlrecht und die Sozialgesetze einführte. Und auch Wolfgang Böhmer, "der ebenfalls als ehemaliger Ministerpräsident Erfahrungen darin hat, für Menschen und für ein Land Verantwortung zu tragen und sich Respekt verdient hat", wie Ralf Euker es betonte, warf einen Blick auf das Leben und Wirken des Reichskanzlers. Dieser sei vom Volk mehr geliebt und geachtet gewesen als von seinen politischen Begleitern.Feierlichen Rahmen verliehen der gemischte Chor der Gemeinde, der kirchliche Posaunenchor und das Orgelspiel von Gerta Breitkreutz dem Festgottesdienst in der voll besetzten Kirche. Nach gut anderthalb Stunden lud der Pfarrer noch zum Empfang in die warme Winterkirche ein.