Das "Bunte Fest für Demokratie und Weltoffenheit" hat am Sonnabend etliche Besucher aus dem Landkreis Stendal nach Schönhausen gelockt. Das gleichnamige Bündnis im Kreis hatte das Straßenfest organisiert, um zu zeigen, dass die Region tolerant und offen ist.

Schönhausen l Zur Eröffnung des Festes mittags um zwölf waren es zunächst erst wenige Gäste, die den Reden von Bernd Kloss vom Bündnis für Demokratie und Weltoffenheit des Landkreises Stendal und dem stellvertretenden Landrat Denis Gruber folgten. Doch nach und nach füllte sich die Körnerstraße nahe dem Bismarck-Park mit Besuchern, darunter auch etliche Kommunalpolitiker, Bundestags- und Landtagsabgeordnete, Kirchenvertreter, und es wurde ein wahrlich buntes Fest. Dazu trugen verschiedene, im Bündnis vereinte Parteien und Gruppierungen bei. Mit Spielmöglichkeiten, Kreativecken, Puppentheater und Musik war für ein buntes Programm gesorgt. Organisatoren und Teilnehmer demonstrierten damit angesichts des zeitgleich im Bismarck-Park stattfindenden Treffens einer rechtsgerichteten Gruppierung ihr Eintreten für Demokratie, Toleranz, Menschenrechte und Integration und wendeten sich gegen Rassismus, Extremismus und Ausgrenzung. Der Park war mit den eine Woche zuvor durch "Kunst für Demokratie" angefertigten Türen bunt geschmückt.

"Gleich welchen Geschlechts, jung oder alt, gläubig oder atheistisch, alteingesessen oder von nah oder fern zugereist, beschäftigt oder arbeitslos, verheiratet, verpartnert, geschieden oder alleinstehend, ob aus der Stadt oder vom Land: wir alle leben im Landkreis Stendal. Vielfalt macht unsere Region lebens- und liebenswert", sagte Bernd Kloss. Diese Vielfalt enthalte auch einen Pluralismus der Meinungen, Weltanschauungen und Lebensformen. "Uns eint aber auch die Sorge angesichts menschenfeindlicher Einstellungen, Diskriminierung und Gewalt. Deshalb engagieren wir uns gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus und setzen uns für die Rechte von Flüchtlingen ein."

Denis Gruber bedankte sich bei all den engagierten Menschen, die sich mit Mut, Ideenreichtum und ihrer Gesinnung den "Bismarckfreunden" entgegenstellen und damit beweisen, "dass wir eine solche Gesinnung nicht akzeptieren". Er sagte weiter: "Wir werden ein Zeichen setzen für absolute Unnachgiebigkeit gegenüber Hass, Gewalt und Rassismus." Der Landkreis werde Flüchtlingen und Asylsuchenden ein neues Zuhause bieten. Die Herausforderung und Verantwortung für Integration liegen auf beiden Seiten. "Einerseits sind wir als Einheimische dazu verpflichtet, eine Willkommenskultur zu bieten. Andererseits müssen sich die Migranten auch selbst einbringen, um hier ihre Heimat zu finden. Migration ist eine riesige Chance für diesen Landkreis, von der wir profitieren können."

Bis zum späten Nachmittag wurde das Fest bunt gefeiert.

   

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